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Der November in Gießen

Ein Monat mit zwei Gesichtern

Nebelgrau präsentierte sich der November in und um Gießen. Die Sonne ließ sich nur selten blicken.

Gießen. Der November, dem man auch nachsagt, dass er ein schwarzer Monat sei, startete mit Temperaturen, die sich mit 13 Grad als Höchstwert am ersten Tag ungewöhnlich für den elften Monat im Jahresreigen präsentierten. 9,8 Grad wurde als Mitteltemperatur am Monatsersten ermittelt. Insgesamt bewegte sich die monatliche Mitteltemperatur in Gießen bei 4,7 Grad, im vieljährigen Mittel (1961 bis 1990) sind 3,8 Grad verzeichnet, was einer Abweichung von 0,9 Prozent entspricht.

Was den Menschen und der Natur fehlte, war allerdings die Sonne, vom Goldenen Herbst war dieses Jahr vier Wochen vor Jahresende keine anhaltende Spur zu sehen. An 15 Tagen verbarg sich die Sonne vollends, sehr zum Leidwesen der Zeitgenossen, die gerne draußen unterwegs sind und sich vom Licht animieren lassen, gute Laune inklusive. Nebelgrau hatte demzufolge in diesem Monat die Oberhand. Wer gerne im Freien unterwegs war, hatte Glück, wenn er sich den 9. Tag ausgesucht hatte. 6,8 Stunden helles Sonnenlicht und schöne Stimmung umgab die Frischluftfanatiker, die zudem mit 10,6 Grad tagsüber verwöhnt wurden.

Laues Lüftchen

Der Wind säuselte nur mit 1,4 Metern pro Sekunde, doch nach dem Sonnenuntergang ging das Thermometer mit minus 3 Grad am Boden auf Talfahrt. Und den Boden und die Straßen überzog nachts eine feine Eisschicht. Der November hat zwei Gesichter: Er ist entweder lebhaft und stürmisch oder ein ruhiger Herbstmonat. Mit einem solchen hatten wir es zu tun, durch die trüben Tage machte er sich deshalb aber keine Freunde. Nur auf 28,3 Stunden Sonnenscheindauer brachte er es rückblickend in seinen 30 Lebenstagen. Das vieljährige Mittel in den Jahren 1961 bis 1990 lag etwas darüber mit 42 Stunden, was einer Abweichung vom Mittel von 67,3 Prozent entspricht. Die nassen Tage hielten sich allerdings auch in Grenzen, übermittelte der Wetterinformationsdienst Q met in seinen Daten. 23,8 Liter Niederschlag pro Quadratmeter kamen im elften Zeitabschnitt zusammen, 35 Prozent beträgt die Abweichung vom Mittel somit.

Eigentlich brausen im Monat 11 des Jahres auch schon kräftige Stürme übers Land. Der Blick auf die mittlere Windgeschwindigkeit beweist allerdings anderes: Gemessen als höchste Windspitze an der Station Gießen wurden 13,1 Meter pro Sekunde, das ist ein Wert von 45,6 Kilometern pro Stunde, der in die Kategorie Starker Wind und Windstärke 6 einzuordnen ist. Der November pustete ordentlich so nur an seinem letzten Tag und bewegte damit starke Äste, ohne aber Schäden zu verursachen. Die durchschnittliche Windstärke betrug im November 2,8 Meter pro Sekunde, was einer leichten Brise im Monatsmittel entspricht.

Leichte Züge vom Winter vermittelten die Temperaturen unter Null an neun Tagen, minus 4,5 Grad betrug das Minium, am Boden zeigte das Thermometer am 23. November mit minus 6,8 Grad den untersten Wert an. Und die Laternenparker unter den Autofahrern mussten an sechs Tagen zu Eiskratzer, Spray und Handschuhen greifen, um vor Fahrtantritt die Scheiben vom Eis zu befreien.

Der Hochdruckeinfluss, zum Teil wurden über 1000 Hektopascal (hPa) gemessen - das Mittel beim der Luftdruck lag bei 991,9 hPa - war ursächlich für den geringen Regen verantwortlich und nicht typisch für den vergangenen Monat.

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