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Ein Oktober wie ein April

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Nur kurz wehte ein Hauch von Winter über das Land, meist zeigte sich der Oktober in und um Gießen »golden«. Foto: Jung © Jung

Der zehnte Monat des Jahres brachte in Gießen und der Umgebung ein Wettermischmasch mit sommerlichen Temperaturen, rauen Böen und Hagelschauern.

Gießen. Tief »Walburga« bei Island schickte zu Beginn des Monats Oktober seine Fronten und Randtiefs nach Deutschland und Mittelhessen und sorgte für einen teils stürmischen Monatsanfang. Immerhin rauschte die raue Dame, die uns das erste Oktoberwochenende unbeständig und teils windig gestaltete, über die Region mit der höchsten Windspitze von 16,1 Metern pro Sekunde, das sind immerhin fast 58 Stundenkilometer und entspricht der Windstärke 7.

An der Station Gießen registrierte der Wetterdienst Qmet GmbH damit die höchste gemessene Böe des Herbstmonats. Es blieb damit beim niedrigsten mittleren Luftdruck von 985,5 Hektopascal. Um 16.30 Uhr bekam Gießen einen Ausläufer des kurzen Unwetters mit kleinem Hagel, Blitzen und kräftigen Donnerschlägen sowie kräftigen Böen ab. Für eine Weile türmte sich eine Hagelschicht auf, dann war der Spuk schon vorüber. Mit 20,2 Litern pro Quadratmeter fiel am ersten des Monats die höchste Regenmenge, danach blieb es an 17 Tagen trocken. Aus der Statistik ragt der Wert von 23,2 Grad am 17. des Monats, dieser Wert ist ungewöhnlich für einen Herbstmonat und wurde danach nicht mehr erreicht.

123 Sonnenstunden

Die Sonne strahlte an diesem Tag vom blauen Himmel 8,3 Stunden, übertroffen wurde dieser Wert nur am 11. Oktober. Da durften Frischluftfanatiker, Wanderer und Gärtner und alle, die draußen unterwegs sind, zehn Stunden die Sonne sehen, bei einer Temperatur von 14,4 Grad. Das bestätigt die Aussage der Meteorologen, der Oktober sei in Deutschland extrem warm gewesen. Man sprach davon, die Temperaturen hätten eher dem hierzulande typischen Mai entsprochen.

An der Gießener Station wurden 123,2 Sonnenstunden gemessen, das vieljährige Mittel (1961-1990) lag bei 97, die Abweichung beträgt somit 127 Prozent. 61,2 Liter Niederschlag fielen insgesamt in das Messgerät, im langjährigen Mittel waren es 54 Liter, die Abweichung beträgt demzufolge 113,3 Prozent. Einen Hauch von Winter lieferte der Monat 10 mit seinen prächtigen Farben in der Natur auch schon: Minus 2,1 Grad am Boden zeigte das Thermometer am 12. des Monats. 10,7 Grad dagegen wurden Mitte Oktober gemessen. Vereinzelt zeigten sich auch goldene Oktobertage, ein Spaziergang durch den Wald mit seinen goldenen Blättern an den Bäumen oder auf dem Waldboden und durch die frische Luft steigerte das Wohlbefinden und sorgte für Ausgeglichenheit.

Minus 2,1 Grad

Die warme Garderobe war jedenfalls bis Ende des Monats noch nicht gefragt, wo sogar noch zwei Werte von bis annähernd 21 Grad herrschten. Die Mitteltemperatur, die der Wetterdienst Qmet ermittelte, betrug 12 Grad, das vieljährige Mittel lag bei 8,5 Grad, eine Abweichung vom Mittel von 3,5 Kelvin. Die Puste ging dem Spätsommerwetter am Ende des Monats aus, die milde Luft musste Platz machen, aber richtig kalte Luft zog noch nicht heran.

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