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Ein Programm ganz ohne Atemnot

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Das Quintett VolcanicBrass eröffnete die aktuelle Reihe der »Wettenberger Winterkonzerte«. Foto: Mattern © Mattern

Wettenberg (mav). Der berühmte Antonio Vivaldi war auch Priester. Und ihm wurde eine Lungenschwäche nachgesagt. So führte der Italiener tatsächlich einmal Atemnot als Vorwand an, um eine Predigt abzukürzen und sich zurückzuziehen, um seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: dem Komponieren. So berichtete es Hannes Becker, Mitglied des VolcanicBrass-Quintetts, dem auf dem Burghof der Burg Gleiberg glücklicherweise nicht die Luft ausging.

Das Ensemble eröffnete mit seinem Auftritt unter freiem Himmel die Reihe der Wettenberger Winterkonzerte.

Das Talent an der Tuba brachte dem Publikum Komponist und Stücke näher. Gespielt wurden aber nicht die »Vier Jahreszeiten«, sondern zunächst Vivaldis »Concerto in F Dur«. Das Werk stand am Anfang einer exzellenten Darbietung der fünf Musiker. Es folgten ein Dutzend Stücke, ebenfalls mit Erläuterungen. Dabei bewies Becker mit schelmischem Humor, dass ein Klassikkonzert mittels intelligentem Witz auch nahbar und fröhlich daherkommen kann.

Zu den aus dem Vogelsberg stammenden Instrumentalisten gehören Sem El-Hagge und Maximilian Althaus (Trompeten), Florian Troitsch und Daniel Eizenhöfer (Posaunen) sowie Becker (Tuba). Musikalisch boten sie einen Querschnitt der Musikgeschichte mit Werken aus Renaissance, Barock und der Romantik bis hin zur Moderne. Etwa Auszüge aus Richard Wagners »Meistersinger von Nürnberg« und »Lohengrin«. Ebenso wie Blues, Jazz und zwei Lieder aus der »Dreigroschenoper.«

Das Lied »Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen«, einst gesungen von Schauspieler Heinz Rühmann und imitiert durch die tiefen Tubaklänge, war ebenso ein Festival für die Ohren wie »Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln gehen« (Anton Profes), »Salome« von Robert Stolz und »Oh Donna Clara« von Jerzy Petersbursky. Mit der Filmmusik aus »Frühstück bei Tiffany’s« und »Peter Gunn« von Henry Mancini ging es weiter durch das 20. Jahrhundert. Stehende Ovationen waren der Lohn für das Ensemble.

Veranstalter waren die Gemeinde Wettenberg, vertreten durch den Arbeitskreis Wettenberger Winterkonzerte, und der Gleiberg-Verein. Bürgermeister Marc Nees dankte Ilse Bergner, der Leiterin des Arbeitskreises, die seit Jahrzehnten für den Qualitätsanspruch der Konzertreihe stehe.

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