Ein riesiges Verlustgeschäft

Zum Artikel »Windpark spült Geld ins Stadtsäckel« vom 12. November: Soll der Zubau von Windenergieanlagen (WEA) nicht mehr dem Klimaschutz dienen oder hat man vielleicht erkannt, dass Windkraft eben nicht per se klimaschützend sein kann?

Zweifel sind angebracht, weil folgende Fakten im Artikel nicht erscheinen: An über hundert Tagen im Jahr stehen alle 30 000 deutschen WEA fast still.

Die dann im Übertragungsnetz fehlende Stromeinspeisung muss durch verstärkten Einsatz von konventionellen Reservekraftwerken vollständig ersetzt werden, weil man Abschaltungen oder gar Schäden im Netz vermeiden muss. Das dabei zusätzlich in die Atmosphäre ausgestoßene CO2 (circa 300 Gramm pro kWh) ist nach dem Verursacherprinzip fast vollständig den Wind- und Solarkraftwerken anteilmäßig zuzurechnen. Windkraftwerke sind eben nicht per se klimaschützend, sondern eher das Gegenteil davon. Wer wundert sich da noch über die Verfehlung der Klimaschutzziele trotz schrankenlosem Zubau?

Was im Jubel der Goldgräberstimmung ebenfalls untergeht, ist die Tatsache, dass die »großzügige« Vergütung von 75 000 Euro von jedem Stromverbraucher Deutschlands schon längst mehrfach vorher eingezahlt wurde mit seiner EEG-Umlage beziehungsweise demnächst EEG plus sonstiger staatlicher Förderung. Bei neun Milliarden Euro EEG-Umlage allein von den privaten Haushalten (Stand 2016 gemäß Angaben von BDEW) entfallen auf jeden Bürger 225 Euro Vorauszahlung im Jahr, ein riesiges Verlustgeschäft.

Bodo Zierenberg, Fernwald

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