1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Einblicke bei produktiven Gesprächen

Erstellt:

giloka_2609_jcs_Ackerman_4c
Michael Ackermann arbeitet mit Mischtechniken und fertigt in seinem Krofdorfer Atelier Handdrucke an. Foto: Schultz © Schultz

Über 20 »Offene Ateliers« standen den Besuchern im Gleiberger Land gastfreundlich offen. Die Akteure wollten sich in der Öffentlichkeit bekannt machen und konkrete Eindrücke vermitteln.

Wettenberg . Überall ist die Kunst, das wurde am Wochenende glasklar. Über 20 »Offene Ateliers« standen den Besuchern im Gleiberger Land gastfreundlich offen. Wer wollte, konnte ganz konkret erfahren, wie Bilder, Zeichnungen und Skulpturen gemacht werden. Die Akteure wollten sich in der Öffentlichkeit bekannt machen und den Menschen konkrete Eindrücke vermitteln.

Die Schirmherrschaft für die Premiere haben die Bürgermeister dieses Landstrichs nordwestlich von Gießen übernommen. Die aus den Reihen der Akteure vorgeschlagene Veranstaltung sei »in ihrer ganzen Breite dazu angetan, der ohnehin gern gelobten Lebensqualität in unserem Landstrich an der Lahn buchstäblich einen weiteren Farbtupfer zu verleihen«, schreiben Patricia Ortmann, Lars Burkhard Steinz, Peter Gefeller und Marc Nees in ihrem Grußwort.

Es ging eher leise zu. Die Künstler und Kunstschaffenden wollten ohne große Umstände die Orte zugänglich machen, an denen aus ihren Händen, mit ihrem Können und aus der Tiefe ihrer Emotionen all das entsteht, was man ein stimulierendes Gemälde und eine überzeugende Zeichnung nennt, eine aussagekräftige Fotografie, eine filigrane oder kraftstrotzende Skulptur oder etwa eine ungewohnte Installation. Man verstand das auch als »Bildungsangebot« für Kinder, abseits des doch eher unkindlichen Ausstellungsbetriebs. Zur ausführlichen Information über die Teilnehmer stand zur Vorabinformierung online ein von Michael Ackermann und Reiner Packeiser erstellter, exzellenter illustrierter Katalog mit Routenplaner zur Verfügung - man hatte an alles gedacht.

Aus Biebertal beteiligen sich Bernd Goecke (Malerei, Zeichnung), Jörg Schlierbach (Malerei, Zeichnung), Kornelia Wack-Wattenbach (Malerei und mehr) und Barbara Ritzkowski (Fotografie). In Wettenberg zu finden sind Reiner Packeiser (Malerei) und Michael Ackermann (Mischtechniken und Handdrucke), Cornelia Holländer (Fotografie, Schmuck) und Heidi Rautenhaus (Skulpturen), Barbara Yeo-Emde (Fotografie) und Dieterich Emde (Malerei, Zeichnung), Horst Wolcke (Fotografie) und Johannes Eucker (Malerei, Skulptur), Mechthild Trimborn (Malerei, Papierschöpfungen) und Erhard Waschke (Digitalgrafik), Susanne Voos (Malerei, Grafik) und aus Launsbach Manuela Feister (Wand-Malerei). Aus Heuchelheim sind Georg Baumhakl (Malerei), Henrik Wienecke (Bildhauerei, Plastik) sowie die Schuckdesignerinnen Ilona Herbst und Tina Spieler dabei. Zu guter Letzt freuten sich Bernd Rosenbaum (Malerei, Skulpturen) in Ruttershausen und Christel Dern (Malerei, Plastiken) in Mainzlar über interessierte Besucher.

Der Wettenberger BM Marc Nees hatte alle Beteiligten am Samstag zu einem informellen Treffen auf die Burg Gleiberg eingeladen, seine Kollegen aus Heuchelheim, Biebertal und Staufenberg waren auch da.

»Ich dachte es wäre gut, wenn alle zusammenkommen und sich mal austauschen«, sagte Nees. »Der Ansatz des Ganzen ist ja der einfache Zugang zu den Künstlern und ihrer Arbeit.« Eine gute Idee, zeigte sich, denn viele der teilnehmenden Künstler kannten die anderen gar nicht oder nicht persönlich. Fahrradfahrer Nees wünschte allen gutes Wetter am Sonntag und deutete eine Wiederholung der Aktion im nächsten Jahr an.

Wir statteten Michael Ackermann einen Besuch in seinem Krofdorfer Atelier ab. Der erfahrene Künstler ist seit 30 Jahren als Zeichner aktiv und seit 2003 Gründungsmitglied des Kunst- und Kulturkreises Wettenberg e. V. (KuKuK). Vielfalt ist Standard bei Ackermann. Er arbeitet in Mischtechniken und fertigt Handdrucke an. Letztere sind gekennzeichnet durch ihre besondere handwerkliche Qualität und ungewöhnliche inhaltliche Kraft, die sich auch in großer Schönheit der Werke äußert.

Die herrschte auch bei den gut gelaunten und als produktiv empfundenen intensiven Gesprächen der Kunstschaffenden auf der Burg Gleiberg. Einige hatten einander noch gar nicht persönlich kennengelernt und bei ein paar anderen wusste man übereinander gar nichts. »Ich bin einfach auf jemanden zugegangen und hab ein Gespräch begonnen«, berichtete Wandmalerin Manuela Feister, »und das hat prima geklappt.«

Am Donnerstag gibt’s eine Nachbesprechung, da sollen die Erfahrungen des Sonntags ausgetauscht werden.

Alle Infos auch bei www.ateliers-gleiberger-land.de.

Auch interessant