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Einige fast sprachlos vor Dankbarkeit

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Bescherung für Obdachlose: Die private Hilfsorganisation »Markus und seine Freunde« verteilt im Seltersweg Nikolausgeschenke. © Wißner

Gießen (twi). Geprägt von bewegenden Begegnungen, rührenden Gesprächen und unzähligen Dankesbekundungen war die Verteilung der gesammelten Geschenke der privaten Obdachlosenhilfe »Markus und seine Freunde« auf der Straße am Nachmittag des Nikolaustag in der Gießener Innenstadt.

Vier prall mit liebevoll eingepackten Geschenken gefüllte Bollerwagen zogen Ralf Albach, Anja Zink, Martina Braun, Lukas Eyring und Daniela Happel-Eyring vom Möbelschnäppchenmarkt über die Frankfurter Straße in den Seltersweg, um dort die Verteilung an Obdachlose vorzunehmen. Zudem wurden Kinder mit Süßigkeiten beschenkt, als das Team seinen Weg durch die Fußgängerzone nahm. Zwischen den Weihnachtsbuden fand so die Bescherung statt, just in jenem Moment, da die Weihnachtslichter der Innenstadt eingeschaltet wurden.

7000 Päckchen vorbereitet

Bereits in den frühen Morgenstunden herrschte bei Markus Machens und seinem Helferteam reges Treiben im Büro des Möbelschnäppchenmarktes. Insgesamt 7000 Päckchen galt es in Fahrzeuge und Bollerwagen - vor der Kamera von RTL-Hessen - zu verstauen. Einmal mehr war ein Fernsehteam mit Rafael Fleischmann und Kameramann Simon Wahla nach Gießen gekommen, um diese »Nikolaus im Schuhkarton«-Aktion festzuhalten. Während das Fernsehteam anschließend Machens bei der Verteilung an Obdachlose im Frankfurter Bahnhofsviertel und auf der Zeil begleitete, war es das Team um Ingo Heeck und Martina Braun, das alles für die Verteilungsaktion am Nachmittag in Gießen vorbereitete. Im Büro von Markus Machens gab es kaum ein Durchkommen, stapelten sich die Päckchen bis unter die Decke und ein Außenstehender hatte durchaus vermuten können, dass hier der Nikolaus oder Weihnachtsmann zu Hause ist.

Bereits am Samstag waren Geschenkpakete ins Hochwasserkatastrophengebiet in Nordrhein Westfalen und Rheinland Pfalz gebracht worden, um den Menschen dort bereits vor dem Nikolaustag eine Freude zu bereiten. »Jeder kann helfen, auch die kleinen Dinge können großes bewirken, denn hier geht es um Menschen in Not! Das Hauptaugenmerk liegt darauf mit dem zu helfen was am notwendigsten gebraucht wird«, lautet die Intention von Markus Machens, der bereits seit fünf Jahren die Aktion »Nikolaus im Schuhkarton« initiiert und weiß, was Hilfe bedeutet.

Not selbst erfahren

Machens war vor vielen Jahren selbst schon in Not geraten und weiß, wie er mit vielen Freunden und Unterstützern Hilfe leisten kann. Aus dieser Kenntnis heraus hat er sich entschlossen, Obdachlosen zu helfen und hat dafür 2019 die private Initiative »Markus und seine Freunde auf der Straße« gegründet. Für »Nikolaus im Schuhkarton« wurde um Päckchen mit Hygieneartikeln, Mütze oder Schal, Socken und Süßigkeiten, Rasierer und Deo, Schampoo, Zahnbürste und Zahnpasta; aber auch über ein paar Plätzen oder etwas Süßes (ohne Alkohol) gebeten. Aber auch unzählige Lebensmittelpakete von unterstützenden Lebensmittelmärkten wurden für die Aktion gespendet. Diese war zwar erst etwas schleppend angelaufen, doch gerade in der letzten Woche gaben sich die Spender und Unterstützer in der Frankfurter Straße quasi die Klinke in die Hand. Waren es im vergangenen Jahr die fehlenden Weihnachtsmarktbuden, die für ein schnelles Durchkommen sorgten, so dauerte diesmal alles etwas länger. Doch dies nahmen die Helfer gerne in Kauf, wurden sie doch nicht nur mit Dankesworten überhäuft, sondern auch mit vielen Lächeln für ihre gute Tat belohnt.

»Danke schön, das ist wirklich toll«, waren die Worte einer Obdachlosen, die als erste ein Geschenk erhielt. Etwas weiter hatte ein Obdachloser seinen vierbeinigen Freund in ein weihnachtliches Kleid gehüllt und zwischen den Weihnachtsbuden war es ein Quartett, das über so viel Nächstenliebe fast sprachlos war. In Höhe der Plockstraße kam dem Geschenketeam dann ein Obdachloser entgegen, der barfuß unterwegs war und sich über seine Geschenke freute.

»Manche Spender schreiben auch ein paar Zeilen dazu oder legen ein Bild mit in das Paket«, verriet Braun und freute sich über diese liebevolle Geste, die auch von den Obdachlosen gerne angenommen wird. Mit der Nikolausverteilaktion in der Fußgängerzone war es aber noch nicht getan, es wurden auch andere bekannte Obdachlosen-Orte im Stadtgebiet aufgesucht, um den Obdachlosen an diesem Tag eine Freude zu bereiten.

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