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Einiges geschafft, noch einiges zu tun

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Von: Rüdiger Schäfer

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Ein Geschwindigkeits-Dialog-Display in der Paul-Schneider-Straße trägt 100 Meter vor der Grundschule-West zur Verkehrssicherheit für alte und junge Fußgänger bei. Foto: Schäfer © Schäfer

Dicker Wälzer: Die Zwischenbilanz des Förderprogramms »Soziale Stadt, sozialer Zusammenhalt« für die Gießener Weststadt wurde jetzt vorgestellt.

Gießen. Eine Zwischenbilanz des auf zehn Jahre ausgelegten Förderprogrammes »Soziale Stadt, sozialer Zusammenhalt« stellte als Quartiermanagerin der Nördlichen-Weststadt Annke Rinn bei der zehnten Stadtteilratssitzung vor. Das Förderprogramm, 2015 begonnen, wird in drei Jahren enden. Infolge der Corona-Pandemie könnte es gegebenenfalls um ein oder zwei Jahre verlängert werden.

Als Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) von Stadt, Wohnbau, sozialen Institutionen, Sprecherrat und Quartiermanagement erstellt, wurde daraus »ein dicker Wälzer mit den Stärken und Schwächen im Quartier«, so Rinn. Moderiert wurde das Ganze durch die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziale Brennpunkte Hessen. Im ISEK gibt es zehn Handlungsfelder, von denen einige vorgestellt wurden.

Handlungsfelder

Im Handlungsfeld »Wohnen & Wohnungsumfeld« sind die Erhöhung der Wohnqualität und die Vernetzung der unterschiedlichen Quartiere, die Verbesserung der Sauberkeit, Pflege, Ausstattung und Aufenthaltsqualität im Wohnumfeld als Ziele gesetzt.

Ziele von »Gesundheit & Umweltgerechtigkeit« sind Initiierung von Projekten wie »Lernen in der Natur«. Bei »Freizeit, Sport & Kultur« zählen die Stärkung des inneren und äußeren Quartiersimages, Angebote und Aktivitäten, die Förderung des Vereinslebens sowie die Integration der Bewohner in Vereine zu den Zielen. Bei der »Kriminalprävention & Sicherheit« sind die Beseitigung von Angsträumen und die Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls wichtig.

Im Handlungsfeld »Umwelt & Verkehr« wird gezielt darauf geachtet, die Nutzbarkeit von Verkehrsflächen für Radfahrer und Fußgänger zu erhöhen, desgleichen die Aufenthaltsqualität im Straßenraum sowie die Mobilität zu optimieren.

Bei »Sozialer Infrastruktur, Bildung & nachbarschaftliches Zusammenleben« soll das interkulturelle Miteinander gestärkt werden. Die soziale und kulturelle Infrastruktur soll bedarfs- und zielgruppengerecht gestaltet, nachbarliche Treffpunkte geschaffen werden. Viele der in den Handlungsfeldern aufgeführten Ziele wurden bereits in Maßnahmen umgesetzt oder befinden sich derzeit in der Planung. Dazu gesellen sich Vorschläge für künftige Maßnahmen. So wird derzeit ein Familienzentrum im Alten Krofdorfer Weg neu gebaut. Auf der Wunschliste stehen ein Stadtteilcafé und ein offener Jugendtreff beim Dirtbike-Parcour.

Bei der Aufwertung öffentlicher Spielbereiche soll übernächstes Jahr der Bolzplatz im Alten Krofdorfer Weg saniert werden. Für U3-Kinder fehlen im Quartier noch ausreichende Spielmöglichkeiten. Verkehrsberuhigungen wurden in der Paul-Schneider-Straße mit einem Geschwindigkeits-Dialog-Display sowie in der Carlo-Mierendorff-Straße mit einem 30er-Piktogramm initiiert. Weitere Ausschilderungen sowie eine neue Buslinie ohne Umsteigen zum Bahnhof und eine verbesserte Verkehrssicherheit im Leimenkauter Weg werden gewünscht.

Mehr Sicherheit

Eine Beleuchtung am Entwässerungsgraben in der Karl-Sack-Straße gibt fortan Passanten mehr Sicherheit. Wünschenswert sind eine bessere Beleuchtung auch von Parkplätzen und weiteren Wegeverbindungen.

Eine Gesundheitssprechstunde sowie Beratung und Aufklärung bezüglich Pflege im Alter wurden angeregt. Ein Artenschutzhaus soll veranschaulichen, dass unterschiedliche Arten sich an einem Platz heimisch fühlen können. Hocherfreut berichtete Rinn, dass im Juli beim Stadtteilfest »mehr als 200 Leute« vor dem Hochhaus in der Pater-Delp-Straße 24 gefeiert hatten.

Der Name des Stadtteilbüros im Erdgeschoss des Gebäudes soll künftig »Mittendrin 24« heißen. Der Quartierfond habe ein Fest der Evangelischen Stephanusgemeinde finanziell gefördert. Außerdem laufe seit drei Wochen im Grünzug eine Waldakademie für Vorschulkinder. Die Jugendwerkstatt will einen Schweißkurs mit zwei Terminen anbieten: Schutzgasschweißen und elektronisches Schweißen. Das Angebot richtet sich an Bewohner ab 27 Jahre.

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