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Einmal neuer Brandplatz, bitte

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Von: Eva Pfeiffer

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Der Wochenmarkt soll bleiben, die Parkplätze nicht: Für 2024/25 ist die Neugestaltung des Brandplatzes geplant. Foto: Pfeiffer © Pfeiffer

Die Stadt Gießen hat einen Ideenwettbewerb für die Neugestaltung ausgeschrieben. Die Umsetzung ist für 2024/25 geplant. Vor allem die Aufenthaltsqualität soll verbessert werden.

Gießen . Süßes Obst, knusprige Brötchen, bunte Blumen oder frisch gepresster Saft: Der Gießener Wochenmarkt lockt mittwochs und samstags Unmengen kaufwilliger Menschen auch auf den Brandplatz. An den übrigen Tagen tobt hier aber bestenfalls bei der Suche nach einem Parkplatz das Leben, denn abseits der Markttage bevölkern Autos den Platz. Das soll sich bis 2025 ändern - denn bis dahin sollen die Neugestaltung des Brandplatzes und der Schlossgasse abgeschlossen sein. Den dazugehörigen Ideenwettbewerb hat die Stadt nun ausgeschrieben. Auch eine Bürgerbeteiligung mit Anwohnern, Gewerbetreibenden, Marktbeschickern und der Öffentlichkeit ist vorgesehen.

»Trotz seiner attraktiven Einfassung in die historische Randbebauung besitzt der Brandplatz keine Aufenthaltsqualität«, heißt es in dem vom Planungsamt veröffentlichten Leistungsbild. Um die zu schaffen, sollen die Stellplatzflächen bis auf einen geringen Umfang zurückgebaut, der Boden teilweise entsiegelt und für mehr Grün gesorgt werden. Die Vision: Der neu gestaltete Platz soll »als integrativer Begegnungsraum die gesellschaftliche Teilhabe aller fördern«.

Wochenmarkt soll an gewohntem Standort bleiben

Bei ihren Entwürfen berücksichtigen müssen die Planer, dass der Wochenmarkt an seinem gewohnten Standort bleiben, aber neu organisiert werden soll. Gleichzeitig soll der Platz auch Raum für andere Veranstaltungen bieten: Das Areal biete Möglichkeiten für eine »Festivalisierung«, heißt es in der Ausschreibung. Eine Veranstaltungsaufbaufläche mit hoher Traglast ist daher angedacht. Vorgesehen sind außerdem geeignete Standorte und ausreichende Flächen für die Außengastronomie.

Durchgangsverkehr wird es auf dem Brandplatz nicht mehr geben. Die Bedingungen für Fußgänger und Radverkehr sollen verbessert werden, indem der Parksuchverkehr in der Innenstadt eingeschränkt wird. Die derzeitigen Stellplätze sollen weitgehend wegfallen. »Eine geringe Anzahl« an Behindertenstellplätzen und Anwohnerparkplätzen sei aber »denkbar«. Überlegt wird außerdem, Radfahrern die Durchfahrt über den Brandplatz auch während der Marktzeiten zu ermöglichen.

Von der zwischenzeitlich diskutierten Tiefgarage ist in der Ausschreibung keine Rede mehr. Auf beziehungsweise unter der Platzfläche soll jedoch eine Regenwasserrückhaltung für Starkregenereignisse entstehen. Wasser als Gestaltungselement (wie etwa Wasserspiele oder Trinkwasserspender) sind laut Planungsamt »wünschenswert«.

Die Planer sind zudem aufgefordert, konkrete Lösungsvorschläge »für einen barrierefreien und attraktiven Museumszugang mit ausreichendem Raum für Rampen und Treppen« zu machen. Denn bislang könnten Rollstuhlfahrer erst nach einem Anruf beim Empfang und dem Auslegen einer Rampe über den Innenhof in das Alte Schloss gelangen.

»Wachstum und nachhaltige Erneuerung«

Neben der gesamten Schlossgasse und dem Brandplatz umfasst das etwa 4400 Quadratmeter große Planungsgebiet auch die Einmündungsbereiche der Senckenbergstraße und des Landgraf-Philipp-Platzes. Die Planungen sind für 2022/23 vorgesehen, gebaut werden soll in 2024 und 2025.

Allzu lange nach hinten verschieben sollten sich die Arbeiten nicht, wenn die Stadt von dem Bund-Länder-Förderprogramm »Wachstum und nachhaltige Erneuerung« profitieren will. Gießen war bereits vor fünf Jahren in das Programm aufgenommen worden, die Förderung läuft noch bis 2027.

Ziel des Programms ist »mehr und qualitativ hochwertigere grüne Infrastruktur«. Am Brandplatz gibt es da noch allerhand zu tun: Aufgrund seines hohen Versiegelungsgrades und seiner unzureichenden Begrünung überhitze die Parkfläche sehr schnell und wirkt sich so negativ auf das innerstädtische Mikroklima aus, ist in dem Leistungsbild zu lesen. Mit der Neugestaltung soll daher mehr Grün einhergehen und Altbäume möglichst erhalten werden, Pflanzbeete »sollten mit gebietstypischen und trockenresistenten Stauden mit hohem Blüheffekt gestaltet werden«.

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