Einsatz für Sinti und Roma

Was mir nachdrücklich in Erinnerung bleiben wird, war ihr Engagement für uns Sinti und Roma. Auf Vorschlag des Zentralrats der deutschen Sinti und Roma wurde Dietlind Grabe Bolz 2019 als »Botschafterin für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt« ausgezeichnet. Anlass war ihr Vorgehen im Bundestagswahlkampf 2013 gegen das Plakat der NPD »Geld für die Oma statt für Sinti und Roma«.

Die Oberbürgermeisterin ließ die Plakate entfernen. Die NPD zog daraufhin vor Gericht und die Plakate mussten wieder aufgehängt werden. Davon ließ sich Dietlind Grabe-Bolz allerdings nicht abschrecken, sie schmiedete ein Aktionsbündnis unterschiedlicher Parteien und kreierte kurzerhand ein eigenes Plakat: »Meine Oma mag auch Sinti und Roma«. Beim Gedenken an die Gießener Sinti und Jenischen, die von den Nationalsozialisten in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurden, hat Dietlind Grabe-Bolz immer eine bewegende Rede gehalten. Nicht zu vergessen die Benennung einer Straße nach der deutschen Sintizza, Gießenerin und Holocaustüberlebenden Anna Mettbach im noch entstehenden Quartier »Philosophenhöhe«. Das hat weit über Gießen hinaus gestrahlt und wurde von der Community der Sinti und Roma in Deutschland wahrgenommen, auch wenn das vielleicht nicht allen bewusst war. Ich habe mich darüber persönlich mit Romani Rose und seinem Stellvertreter Oswald Marschall (Zentralrat der deutschen Sinti und Roma) ausgetauscht. Denn es gibt nur wenige Straßen und Plätze, die nach Sinti und Roma benannt worden sind. Diese Straßenbenennung ist nach meinem Empfinden im wahrsten Sinne des Wortes wegweisend, weil Straßennamen Teil unseres kollektiven Gedächtnisses sind.

Francesco Arman ehrenamtlicher Stadtrat der Gießener Linken

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