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Ende der Container in Sicht

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Seit Jahren wird an der Herderschule in Containern unterrichtet. Im August sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. Archivfoto: Lemper © Benjamin Lemper

Seit 2013 wird an der Herderschule in der Gießener Weststadt in Containern unterrichtet. Nun rechnet die Stadt mit einem Ende der Bauarbeiten im Sommer.

Gießen Eigentlich sollte die Sanierung der Herderschule längst abgeschlossen sein, doch noch immer findet der Unterricht in Containern statt. Derzeit wird ein Ende der Bauarbeiten für August anvisiert, so dass das neue Schuljahr im September in den »neuen alten« Räumen starten könnte. Das teilte Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD) nun im Schulausschuss auf Antrag der CDU mit.

Da sich die Arbeiten immer wieder verlängert hatten, habe »eine ganze Schülergeneration ihre Schulzeit auf einer Baustelle verbracht«, kritisierte Christine Wagener (CDU) und erinnerte daran, dass ihre Fraktion für einen Neubau gewesen sei. Denn: Die Sanierung eines »50 Jahre alten Bestandsgebäudes birgt immer Überraschungen«, das sehe man beispielsweise auch an der Willy-Brandt-Schule. Zudem stelle sich die Frage, ob die Förderkosten »nicht längst durch die Mehrkosten aufgefressen wurden«.

Die Sanierung lief bereits, als bei einer Schadstoffmessung 2013 der giftige Stoff PCB nachgewiesen wurde. »Das hat uns kalt erwischt«, blickte Stadträtin Eibelshäuser zurück. Quasi über Nacht habe man die Gebäude räumen und Ersatz suchen müssen. Dennoch sei kein einziger Unterrichtstag ausgefallen.

Eibelshäuser hielt an der Entscheidung gegen einen Abriss fest: Mit Blick auf den Klimaschutz sei jede Sanierung besser als ein Neubau. Zudem wäre die zeitaufwändige Schadstoffsanierung auch bei einem Gebäudeabriss notwendig gewesen. Ohne die Schadstoffbelastung hätten Schüler und Lehrer die Gebäude erst 2017 räumen müssen, die Zeit der Ausquartierung wäre deutlich kürzer gewesen.

Nach Beseitigung der Schadstoffe sollten die Bauarbeiten eigentlich Anfang 2018 starten, der Einzug war für Februar 2020 geplant. Schon zum Start kam es laut Eibelshäuser zu Verzögerungen, da die auf die erste Ausschreibung abgegebenen Angebote zu teuer gewesen seien. Die erneute Ausschreibung habe dann auch die Arbeiten der übrigen Gewerke nach hinten verschoben, teils habe man Aufträge neu vergeben müssen.

Zudem sei die Beton- und Mauerwerkssanierung teils aufwändiger gewesen als gedacht. Weitere Verzögerungen seien der Corona-Pandemie, Lieferschwierigkeiten sowie personellen Veränderungen im Hochbauamt geschuldet.

Wie tief die Stadt für die Sanierung in die Tasche greifen muss, konnte Eibelshäuser im Ausschuss nicht beantworten. Man werte derzeit noch Ausschreibungen aus, zudem gebe es Nachforderungen einzelner Firmen, die noch juristisch zu klären seien.

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