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Endlich Regen im September

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Dicke Wolkengebirge am Himmel über dem Dünsberg. Sie brachten im September den langersehnten Regen. Foto: Jung © Jung

Im neunten Monat des Jahres fiel mehr Niederschlag als im Juni, Juli und August zusammen: Die Wetterstation Gießen registrierte im September insgesamt 110,8 Liter pro Quadratmeter.

Gießen. Mit dem meteorologischen Herbst, der am 1. September begann, stellte sich eine Phase von erträglichen Temperaturen ein - das Wetter blieb aber zunächst so, wie der August sich verabschiedet hatte: Knochentrocken. Kein Niederschlag und nur 4,6 Sonnenstunden, der Start in den ersten Herbstmonat verlief durchwachsen.

Von braun zu grün

Die Sonnenscheindauer insgesamt ging für einige Tage zurück und Hitzegeplagte erlebten eine für sie angenehme Phase. Im ersten meteorologischen Herbstmonat füllten sich aber dann doch die Regenmesser und zeigten in der Summe mehr Niederschlag, als in den gesamten Sommermonaten Juni, Juli und August zuvor. 110,8 Liter Regen pro Quadratmeter fielen an der Station Gießen, wie der Wetterdienst Qmet GmbH festgehalten hat.

Die Folge: Das braune Gras wechselte die Farbe und nun zeigte sich wieder ein Grün, auf das die Menschen so gehofft hatten. Die Rede von der Dürre flaute zwar ab, allerdings war mit dem Regen noch lange nicht das Niederschlagsdefizit der vergangenen Monate ausgeglichen. Doch der September ging auch mit einer Besonderheit in die Statistik ein: Die Wetterexperten bezeichnen ihn als den niederschlagsreichsten September seit dem Jahr 2001.

»Danke, Peggy« sagten die Meteorologen zu einem kräftigen Tiefdruckgebiet, das Hoffnung auf kräftige Niederschläge in sich barg. Doch um Gießen machten die Wolken am 6. des Monats - wie so oft in den vergangenen Monaten einen Bogen. Der Niederschlag von 0,2 Liter pro Quadratmetern kam erst gar nicht auf dem Boden an. Am Folgetag regnete es und 8,7 Liter sahen Gärtner und Landwirte als kleinen Willkommensgruß auf dem harten Boden. Die höchste Menge kam in der Monatsmitte herunter, mit 27,2 Litern und ohne einen Sonnenstrahl, sehr zur Erleichterung für die Menschen und die Natur.

Ex-Hurrikan Danielle brachte bei uns keinen Regen, den verlor er aber reichlich in Spanien und Portugal. Dafür schob er Sommerluft für ein, zwei Tage zu uns und es wurde am 14. September noch einmal 25,1 Grad warm. Die Sonne zeigte sich aber nur 5,5 Stunden. Dann zeigte uns der neunte Monat schon mal die kalte Schulter, es ging abwärts mit den Temperaturen.

Bodenfrost

Der niedrigste Wert am Boden wurde am 30. gemessen, nur 0,2 Grad zeigte das Thermometer an, 1,7 Grad war der Wert in der Höhe. Bei 30,9 Grad am 6. des Monats drehte der September seine letzte Sommerrunde, mit 9,6 Sonnenstunden wurde der zweithöchste Wert gemessen, gerade 0,1 Stunde mehr nahm sich der Planet am 22. Zeit, um sich dann zum Monatsende hin immer rarer zu machen.

110,8 Liter Niederschlag fielen im gesamten September, das vieljährige Mittel von 1961 bis 1990 weist einen Wert von 51 Litern aus, die Abweichung liegt somit bei 217,3 Prozent. Bei der Sonnenscheindauer sind 143,2 Stunden registriert worden, 142 Stunden weist das vieljährige Mittel aus. Die Abweichung liegt somit bei 100,9 Prozent. Der Altweibersommer, auf den man im neunten Monat immer wartet, fand in diesem Jahr zumindest in unserer Region nicht statt. Stattdessen lenkte ein kräftiges Tief über dem Nordmeer seine Boten über Stadt und Land.

Um es gemütlich in der Wohnung zu haben, wurde die Heizung schon mal aufgedreht. In der zweiten Monatshälfte schaffte es das Thermometer nicht mehr über die 20- Grad-Marke. Ein Keil des Azorenhochs sorgte am vorletzten Septembertag für einen trockenen, zeitlich begrenzten Witterungsabschnitt, das herbstlich kühle Wetter legte eine kurze Pause ein und der Regenschirm konnte bei 14,2 Grad für einen Tag zu Hause bleiben.

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