1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Endlich wieder Feiern und Genießen

Erstellt:

giloka_1906_jcs_Lahnufer_4c_1
Genug Sitzplätze und kulinarische Köstlichkeiten in der Streetfoodarea. © Felix Leyendecker

Für Highlights auf dem Lahnuferfest sorgten die 90er-Show sowie die Show von Daniel Fischer. Organisator Christian Trageser schätzt, dass circa 150 000 Besucher vor Ort waren.

Gießen . Das Lahnuferfest 2022 schöpfte wieder einmal aus den Vollen. Nach einem seichten Anfang wurden die Festivitäten am Wochenende intensiver und die Fläche am Lahnufer wurde voller. Für Highlights sorgten die 90er-Show sowie die Show von Daniel Fischer. Die Location wies aber einige Schwächen auf.

Dichtes Gedränge

Dicht an dicht gedrängt war es auf dem Lahnuferfest. Nach zwei Jahren Coronapandemie war das für den ein oder anderen zwar wieder etwas ungewohnt und vielleicht auch etwas unangenehm, aber dennoch zog es die Feierwütigen an diesem Wochenende wieder in Scharen an die Lahn. In Scharen ist ein gutes Stichwort. Spätestens am Samstagabend ging ohne dichtes Gedränge und ohne Schiebereien nichts mehr, da das Gelände an den Engstellen wie etwa der Hauptbühne so überlaufen war, dass ein problemloses Durchkommen nicht möglich war.

Bei sommerlichen Temperaturen knapp unter 35 Grad am Samstag und nur wenigen Grad weniger am Donnerstag und Freitag zeigte sich das Fest von seiner unwetterfreien Seite und sorgte für einen großen Andrang. Die Besucher lockte eine Unmenge von Ständen, etwa eine Ginbar oder das Weindorf. Kulinarisch kam auch niemand zu kurz, sei es in der Gastromeile oder in der Streetfoodarea. Es war Feststimmung in Gießen, das stand außer Frage. Gerade das sommerlich anmutende Wochenende zog vor allem in den Abendstunden viele Besucher ans Lahnufer in Höhe der Stadtwerke und viele kamen einfach nur zum Feiern und zum Genießen.

Wer Lust auf exotische Kost hatte, der kam in der Streetfoodarea nicht zu kurz. Von Pastrami über Langosch bis hin zum ungewöhnlichen hawaiianischen Burger, für die Gourmets war gesorgt. Ebenfalls mit an Bord waren die Klassiker wie Cevapcici und Currywurst, Pommes und Pasteten. Wer dann ausreichend geschlemmt hatte, der wurde in den einzelnen Bereichen von unterschiedlichsten Genres Musik beschallt. Viele Studierende säumten die einzelnen Bänke, Loungemöbel und saßen teilweise sogar auf dem Boden vor den Bühnen, um zumindest ein wenig freie Fläche zu haben. »Wir sitzen hier, damit wir irgendwo sitzen können. Es ist ja echt Wahnsinn, was hier los ist«, sagte eine Gruppe von Lehramtsstudenten. Freie Fläche, sie kam ein wenig zu kurz während des Festivals. Teilweise war der Andrang so groß, dass der persönliche Abstand nicht gewahrt werden konnte, von 1,50 Meter wie noch zur Hochzeit der Pandemie ganz zu schweigen. Apropos Pandemie: Die gab es während des Festivals nicht.

Natürlich wird an einem solchem Fest viel und einiges getrunken, das steht außer Frage und das war auch jedem bewusst, der das Lahnuferfest besuchte. Einige wenige jedoch schlugen über die Stränge, verfolgten Leute oder lieferten sich Wortgefechte aller Couleur. Zwar gingen solche Fälle meist in der Menge unter, aber sie gab es.

Je näher der Abend rückte, desto motivierter schien die Partymeute, sich endlich ins Getümmel zu stürzen. Die zwei entbehrungsreichen Jahre während der Pandemie hatten Spuren hinterlassen und nur eine Woche nach dem »Stadt ohne Meer«-Festival zeigte Gießen erneut, dass es feiern kann, wenn es sein muss, auch spät bis in die Nacht.

150 000 Besucher

Organisator Christian Trageser zeigte sich gänzlich zufrieden, vor allem, was die Besucherzahl anging. »Wir schätzen, dass es in diesem Jahr rund 150 000 Leute war. Auf jeden Fall ein Besucherrekord am Samstagabend. Mittags war es ruhig, da war Freibadwetter. Um 22 Uhr war der Höhepunkt, da war Ausnahmezustand«. Auffällig war zudem der Lahnuferbecher, der käuflich zu erwerben war. Der Becher folgte einem Trend, wie Trageser ausführte. »Der Becherpfand war ein Kulturbeitrag. Es ist einfach nicht mehr möglich, heute alles kostenfrei zu machen. Wir haben acht Bereiche und kein Eintrittsgeld. Das ist kostentechnisch nicht mehr machbar, deswegen brauchen wir einen kleinen Kulturbeitrag, den finanzieren wir über den Becher. Jeder Zulieferer legt ja um und außerdem sind Kaufbecher auch im Trend. Alle Events werden auf lange Sicht auf den Kaufbecher umschwenken, weil die Kosten einfach nicht mehr zu decken sind.« Der Besucherzustrom sprach für sich, sagte der Organisator abschließend. »Alle Bühnen waren komplett ausgebucht, also voll bis zum Anschlag. Alle Bühnen sind aus den Nähten geplatzt. Der Besucherrekord ist da, es war einfach nur klasse.«

giloka_1906_jcs_Lahnufer_4c
Auch ungewöhnliche Köstlichkeiten wie ein hawaiianischer Burger werden angeboten. © Felix Leyendecker
giloka_1906_jcs_Lahnufer_4c_2
Die FFH-Party mit Daniel Fischer war sehr gefragt: Am Samstag verzeichnet das Lahnuferfest einen Besucherrekord. Fotos: Leyendecker © Leyendecker

Auch interessant