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Energiekrise wird auch in Kirchen spürbar

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Gießen (mh). Die Energiekrise bedeutet auch für die Evangelische Kirche den Ausnahmezustand. Drohen also nach der zweijährigen Corona-Zwangspause über Weihnachten die Kältestarre und ein neuer Einbruch beim Gottesdienstbesuch oder die Aussetzung von Veranstaltungen? Einige benachbarte Kirchengemeinden werden im Verbund gemeinsame Gottesdienste als sogenannte »Winterkirche« feiern, sodass gegebenenfalls nur in einer Kirche geheizt werden muss, teilt das Evangelische Dekanat mit.

Zwischen den Gemeinden im Osten, in Andreas, Luther und Wichern, aber auch in Mitte, in Petrus, Lukas, Pankratius, sowie in der Gesamtkirchengemeinde Gießen-Nord mit den Predigtstätten in Thomas, Paulus und Wieseck ist das vorgesehen. Nachgedacht wird auch darüber, von Januar bis März in den Gemeindesaal zu gehen.

Notfallpläne bei der Raumbelegung sollen dafür sorgen, dass Gruppentreffen auf einen oder zwei kleinere Räume konzentriert werden und die restlichen Räume kalt bleiben. Die Gesamtkirchengemeinde Gießen-Nord hat ein präzises Energiekonzept erstellt, das sogar beinhaltet, kurzfristig Decken anzuschaffen, berichtet Pfarrerin Iris Hartings. Decken werden auch in der Kirche in Kleinlinden vorgehalten, so Pfarrer Ekkehard Landig, denn die Kirche wird bis Silvester auf höchstens 15 Grad erwärmt. Danach wird im Gemeindehaus Gottesdienst gefeiert. Die Stephanusgemeinde in der Weststadt hat nach Auskunft von Pfarrer Adrian Schleifenbaum ihr Jugendhaus geschlossen und dort Heizung und Strom abgestellt; alle Veranstaltungen finden im Gemeindehaus statt. Die Petruskirche und das angrenzende Gemeindehaus im Wartweg werden auf 18 Grad beheizt.

Die Evangelische Studierendengemeinde (Henselstraße 7) ist für Hochschüler im Wintersemester jeden Freitag, wenn die JLU ihren Regelbetrieb aussetzt, von 8 bis 18 Uhr geöffnet und warm. Kostenfreies WLAN steht zur Verfügung. Tee und Kaffee sind vorbereitet, es gibt 25 Arbeitsplätze, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Von Montag bis Donnerstag können ebenfalls zwei geheizte Lernräume mit sieben Arbeitsplätzen genutzt werden (Anmeldung unter 0170/4537515 erbeten). Auch die Junge Kirche Gießen in der Löberstraße soll als »Hoffnungsort« für junge Menschen einladend bleiben und nicht kalt werden.

»Die Gemeinden sind sich ihrer Verantwortung bewusst«, betont Dekan André Witte-Karp. Und alle fühlten sich auch solidarisch mit der Ukraine. Gleichzeitig seien aber das kirchliche Leben und die Gemeinschaft von ihrem einladenden Charakter geprägt. Gerade in dieser krisenhaften Zeit brauche es dafür auch Wärme.

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