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»Energieversorgung ist Daseinsvorsorge«

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Großzügige Stundungsregelungen statt Energiesperren bei säumiger Zahlung regt der Mieterverein Gießen bei den Energieversorgern an.

Gießen (red). Angesichts stark steigender Energiepreise fordert der Mieterverein Gießen die Energieversorger in einer Pressemitteilung auf, das Abstellen von Gas und Strom wegen unbezahlter Rechnungen auszusetzen. »Energieversorgung ist Daseinsvorsorge«, betont der Vorsitzende Stefan Kaisers. »Energiesperren widersprechen diesem Grundverständnis, erst recht, wenn die Zahlungsunfähigkeit auf unverschuldete Umstände wie die aktuelle Energiepreiskrise zurückzuführen ist.«

Der Mieterverein schlägt vor, die Preissteigerungen in Raten auf zwei oder drei Jahre zu strecken. »Wir rufen alle Energieversorger auf, solche großzügigen Stundungsregelungen umzusetzen. Dabei können Bund und Land unterstützen, indem sie den Versorgern Liquiditätshilfen gewähren, um ihre finanziellen Spielräume zu erweitern.«

Die Energieversorgungsunternehmen hätten eine hohe soziale Verantwortung. Energiesperren dürften nur eine Ultima Ratio sei, das müsse auch in Zukunft so bleiben.

Schon jetzt ist absehbar, dass die Bürger sich auf deutliche Belastungen einstellen müssen, warnte auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden mussten die Menschen in Deutschland im April 35,3 Prozent mehr für Haushaltsenergie und Kraftstoffe ausgeben als im Vorjahresmonat. Im März waren es sogar 39,5 Prozent mehr.

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