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»Enorme soziale Sprengkraft«

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Gießen (red). Der Mieterverein fordert den Magistrat auf, hilfsbedürftige Haushalte in Gießen zu unterstützen, die wegen der explodierenden Fernwärmepreise in finanzielle Bedrängnis geraten. »Eine enorme soziale Sprengkraft haben die steigenden Energiepreise allgemein«, so der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers, in einer Pressemitteilung.

Er rechnet vor: Seit dem 1. April verlangen die Stadtwerke Gießen (SWG) von ihren 13 300 Fernwärmekunden nunmehr 13,65 Cent/Kilowattstunde (kWh) als Arbeitspreis. Das sei eine Preissteigerung von 60 Prozent, die für einen Durchschnittskunden in einer fernwärmebeheizten Wohnung (Leistung 4 kW, Verbrauch 7400 kWh/Jahr) eine Preiserhöhung von 375,92 Euro pro Jahr bedeute. Dabei seien die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine noch nicht berücksichtigt.

Kaisers verweist darauf, dass unter den Fernwärmekunden auch viele Wohnbau-Mieter seien, die finanziell »nicht eben auf Rosen gebettet sind«. Die Stadt müsse gezielt einkommensschwache Haushalte unterstützen, »weil die SWG bei den Preisen aufgrund ihrer selbst gewählten einseitigen Abhängigkeit von Gas kaum etwas machen könnten«.

»Sanieren, sanieren, sanieren«

»Der Index, den die Stadtwerke zur Ermittlung ihres Fernwärmepreises heranziehen, enthält offenbar ausschließlich die fossilen Energieträger. Zu fragen ist, warum nicht auch das Verbrennen von Müll, Holzabfällen und Klärschlamm eingerechnet wird. In der angewandten Kraft-Wärme-Kopplung wird ja nicht nur Strom produziert, sondern auch Wärme«, so Kaisers. Eine weitere zentrale Reaktion auf die steigenden Preise müsse außerdem sein: Sanieren, sanieren, sanieren, um bei den Gebäuden Energie einzusparen.

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