1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Entdeckungsreise mit Goldrandgeschirr

Erstellt: Aktualisiert:

Gießen (red). Ein grünes Ungetüm steht auf einem der Tische im Netanya-Saal. Ist es ein Schnellkochtopf? Dr. Julia Schopferer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Oberhessischen Museums, klärt im ersten Erzählcafé auf: Es handelt sich um ein frühes Staubsaugermodell, das unter dem Markennamen »Protos« von der Firma Siemens vertrieben wurde. Schopferer und Dagmar Hinterlang hatten etliche Gegenstände aus dem Depot geholt, die nun mit den »Linneser Frauen« näheren Betrachtungen unterzogen wurden.

Ein Griffelkasten für Federhalter und Federn war schnell identifiziert. Besonders spannend war ein Teller, den die älteste Besucherin, die 98-jährige Else Jung, ins Museum mitgebracht hatte: Er gehörte einst ihrem Großvater und stammt aus einer Manufaktur in Annaburg.

Spannend auch die Betrachtung eines Goldrandgeschirrs mit der Kennzeichnung »KPM«. Anders als vermutet, stammt es nicht aus königlich-preußischer Manufaktur, sondern von der Krister Porzellan-Manufaktur, die ihren Sitz in Niederschlesien hatte. Museumsmitarbeiterin Ines Scheurmann konnte nähere Informationen dazu liefern. Hinterlang hatte das Thema ›Hochzeitsfeiern und Feste‹ ausgesucht. Ausgehend vom Gemälde »Margarethe Helm« im ersten Obergeschoss des Museums ließen sich Tischsitten und Gebräuche früherer Jahrzehnte nachvollziehen. Für den Herbst ist eine Neuauflage des Erzählcafés geplant.

Auch interessant