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Er sagt es durch die Blume

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Blühende Landschafen: Felix Dobbert mit aktuellem Bildband vor Fototapete. Foto: Schultz © Schultz

Ein echter Hingucker: Fotografien von Felix Dobbert isind m Gießkannenmuseum zu sehen.

GIESSEN. Einmal pro Jahr belebt ein Gastkünstler die größte Wand des Gießkannenmuseums (GiKaMu) in der Sonnenstraße, das ansonsten der Kultur des Gießbehälters gewidmet ist. Diesmal ist der in Düsseldorf lebende Felix Dobbert zu Gast, der seine fotografische Installation »Broken Flowers« zeigt. Es ist eine ebenso farbenfrohe wie formenreiche und sehenswerte Arbeit, ein echter Hingucker.

Schon das speziell für Gießen geschaffene Arrangement der Bildobjekte vor der mit übergroßen floralen Motiven bedruckten Fototapete ist eine formale Aussage. Ausgehend von einem großformatigen Foto mit einer verendeten Zierblume links folgen rechts vier kleinere Arbeiten, die jeweils ein ziemlich kleines Sofortfoto zeigen, auch mit »kaputten Blumen«. Die wirken ziemlich scharf, vergleichbar mit dem Effekt, der etwa beim Betrachten eines Dias entsteht. Die Blumen findet Dobbert überall, bei Freunden etwa, sie sind auch nicht extra fürs Foto gekauft - der Zufall spielt hier eine große Rolle, und beim Verfall wurde auch nicht nachgeholfen.

Der Verfall ist gewünscht

Fotografiert werden die Arbeiten mit normalen hochauflösenden Kameras, Sofortbildkameras oder einem iPhone. Die kleinen Sofortbilder werden eingescannt, vergrößert und digital nicht nachbearbeitet, der Verfall der Motive setzt sich in den Unvollkommenheiten der technischen Reproduktion fort und ist gewünscht.

»Im Zentrum der künstlerischen Fotografie von Felix Dobbert steht das Stillleben und in den letzten Jahren die Blume als bevorzugtes Bildmotiv. Dabei setzt er sich nicht nur mit spezifischen Objekten aus unserer dinglichen Welt auseinander, sondern macht die Möglichkeiten des Mediums Fotografie selbst mit zum Bildthema«, sagte der Gießener Künstler Jörg Wagner in seiner Einführung. Waren Dobberts »frühen Serien im Studio entwickelte Versuchsanordnungen, die unter dezidierter Lichtregie auf kleinen Bildbühnen präzise komponiert wurden, gibt er in den Werkserien der letzten Jahre Teile seiner gestalterischen Kontrolle ab. So lässt er sowohl den Zufall als auch die technischen Rahmenbedingungen der Fotografie motivisch mitwirken und zeigt gleichzeitig deren Fehlerhaftigkeit.« Ein Motiv ist hier in Gießen entstanden.

Felix Dobbert, geboren 1975, studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg und schloss ein Studium für Kommunikationsdesign und künstlerische Fotografie an der Folkwang Universität der Künste in Essen an. In Gießen ist er kein Unbekannter, von 2016 bis 2018 hatte er am Institut für Kunstpädagogik die Gastprofessur im Bereich der künstlerischen Fotografie inne. In Dortmund leitet er seit 2018 den Bereich der Fotografie am Institut für Kunst und Kunstwissenschaft an der Fakultät Kunst der TU. Zur Ausstellung erschien ein attraktiver Bildband mit Dobberts großformatigen Blumenbildern: »Floral Works«.

Die Ausstellung läuft bis zum 25. Februar im Gießkannenmuseum (Sonnenstraße 3).

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