Erinnerung, Pläne und Verschiebungen

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GIESSEN - (bj). April 1901: In Schweden werden die ersten Nobelpreise vergeben, unter anderem an Wilhelm Conrad Röntgen und Henry Dunant. Auf der anderen Seite des Globus schließen sich mehrere unabhängige Provinzen zum Bundesstaat Australien zusammen. Und im progressiven Norwegen dürfen erstmals Frauen an den Kommunalwahlen teilnehmen. Nachrichten aus einer längst vergangenen Epoche, in die Hein Heckroth am 14.

April in Gießen hineingeboren wurde. Das heißt aber nicht, dass der Maler, Bühnenbildner und Film-Designer, dessen Geburtstag sich am heutigen Mittwoch zum 120. Mal jährt, vergessen wäre. Ganz im Gegenteil.

Eigentlich sollte in diesen Tagen eine kleine Ausstellung im Oberhessischen Museum zu sehen sein, die anlässlich des runden Geburtstags an den vielseitigen Künstler erinnert. Zusammengetragen wurden dazu im Alten Schloss Gemälde, Zeitzeugnisse und sogar ein filigranes Kleid, dass Heckroth für einen Kinofilm entworfen hat. Doch die Pandemie macht dem Projekt einen Strich durch die Rechnung. Die noch nicht öffentlich gezeigte Kabinettausstellung "Bild. Bühne. Film. Stationen Hein Heckroths" wird daher bis auf Weiteres verlängert. Geplant ist in diesem Zusammenhang auch weiterhin ein ebenfalls verschobener Vortrag des Vorsitzenden der Gießener Hein-Heckroth-Gesellschaft, Dr. Marcus Kiefer, der sich mit dem Leben und Werk Heckroths befasst. "Das Veranstaltungsdatum wird bekanntgegeben, sobald die Umstände eine Planung zulassen", heißt es beim Museum.

Verschoben wurde auch der Festakt zum Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis 2021, wie Kiefers Vorgängerin Dietgard Wosimsky berichtet. Die feierliche Preisverleihung der renommierten, im Zwei-Jahres-Turnus vergebenen Auszeichnung war für den 25. April geplant, kann aber ebenfalls nicht stattfinden. Nun wurde sie in den Spätsommer verschoben, der Nachholtermin steht allerdings noch nicht fest. Die Bekanntgabe des aktuellen und dann zehnten Preisträgers soll Ende April oder Anfang Mai erfolgen.

Workshop verschoben

Und noch eine Veranstaltung der Gesellschaft fiel der Pandemie zum Opfer. Da sich Hein Heckroths Todestag am 6. Juli 2020 zum 50. Mal jährte, war aus diesem Anlass ein öffentlicher Workshop geplant, den die Heckroth-Gesellschaft gemeinsam mit dem Institut für Kunstgeschichte der Justus-Liebig-Universität Gießen ausrichten wollte. Auch diese Veranstaltung muss aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden - sogar schon zweimal. Derzeit wird ein Nachholtermin im kommenden Jahr gesucht.

Wer nun aber dennoch auf den Spuren des Oscar-Preisträgers (1949), einstigen Hollywood-Bühnenbildners und ehemaligen Mitarbeiters von Alfred Hitchcock wandeln möchte, dem sei ein Gang über den Alten Friedhof nahegelegt. Dort befindet sich der Grabstein des 1970 auf einer Urlaubsreise im niederländischen Alkmaar gestorbenen Hein Heckroths, einer der bedeutendsten Künstler, die Gießen je hervorgebracht hat.

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