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Erneuter Einbruch im Restaurant »Skafos«

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Hier sind die Einbrecher wohl eingestiegen. Foto: Docter © Docter

In dem Lokal am Gießener Lahnufer gibt es rund 10 000 Euro Gesamtschaden, Räume wurden verwüstet. Die Inhaber vermuten Täter aus der Drogenszene, wofür es mehrere Anhaltspunkte gibt.

Gießen (fod). Als Betreiber Georgios Svolos am Dienstagmorgen sein Restaurant »Skafos« am Lahnufer betrat, fiel er kurz danach aus allen Wolken. In der vorherigen Nacht waren ein oder mehrere bislang Unbekannte in den Neubau mit der markanten Schiffsform eingebrochen und hatten erhebliche Verwüstungen hinterlassen, auf gleich drei Etagen. Svolos schätzt im Gespräch mit dem Anzeiger den Gesamtschaden inklusive der entwendeten Dinge, darunter ein Laptop, mehrere Flaschen hochwertiger Alkoholika und zwei Leitern, auf »um die 10 000 Euro«. Es war bereits das zweite Mal binnen dreieinhalb Wochen, dass die Betreiberfamilie von Einbrechern heimgesucht wurde. Und das, obwohl man überhaupt erst Anfang Juli neu eröffnet hatte. Die Schadenssumme bei der ersten Tat sei ungefähr genauso hoch gewesen.

Der oder die Diebe hatten dieses Mal offenbar zunächst ein Fenster auf der Dachterrasse mit einem Stuhl eingeschlagen. Da man dort nicht zu den darunterliegenden Stockwerken weiterkam, versuchte man es bei zwei schmalen Kellerfenstern und war bei einem davon erfolgreich.

Was sich danach im Gebäude abspielte, wirft allerdings einige Fragen auf, denn die Spuren lassen vermuten, dass es sich nicht um Einbrecher der üblichen Sorte handelt. So öffneten der oder die Eindringlinge mehrere Türen von Kühlräumen und -fächern, ohne allzu viel von den darin gelagerten Lebensmitteln und Speisen zu essen oder mitzunehmen. Da die Türen und Schubfächer nicht geschlossen wurden, erwärmten sich die Nahrungsmittel und mussten wegen Unterbrechung der vorgeschriebenen Kühlkette allesamt weggeworfen und von den Inhabern ersetzt werden. Dies macht den mit Abstand größten Teil der Gesamtschadenshöhe aus.

Wie Georgios Svolos und sein Sohn Panagiotis weiter berichten, seien in der Nacht unter anderem fünf Kilo Pudding verzehrt worden. Außerdem habe man in große Blöcke von Schafskäse gebissen und diese dann achtlos liegengelassen sowie mehrere Cola-Flaschen durch Abschlagen der Flaschenhälse geöffnet, anstatt im Lokal ebenfalls zu findende Flaschenöffner zu benutzen. Diese Vorkommnisse lassen die Geschädigten vermuten, dass es sich bei den Tätern um Personen aus der Drogenszene handeln könnte. Zumal ein solcher »Heißhunger« auf Nahrung ein bekannter Nebeneffekt bei der Einnahme von Rausch- und Suchtmitteln ist. Auch die planlose Verwüstung der Innenräume scheint diese Annahme zu stützen. Die Polizei möchte sich hierzu auf Anfrage mit Verweis auf die noch laufenden Ermittlungsarbeiten nicht äußern. Polizeisprecher Jörg Reinemer lässt jedoch wissen, dass in verschiedene Richtungen ermittelt wird.

Als Tatzeitraum gibt die Kriminalpolizei 1.30 bis 8.15 Uhr in der Nacht auf Dienstag an und bittet die Bevölkerung und Nachbarschaft um Hinweise unter der Telefonnummer 0641/7006-6555. Die Spurensicherung sammelte bei »Skafos« mehrere Stunden lang Spuren vom Keller bis zum Dach. Diese werden derzeit ausgewertet, teilt Reinemer mit.

Georgios Svolos erzählt, nach den Ereignissen der vergangenen Wochen »fix und fertig« zu sein und kaum noch schlafen zu können. »Wir fühlen uns hier nicht mehr sicher«, so Panagiotis Svolos.

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