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Erste Festnahme nach Raubmord in Gießen

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Nach dem brutalen Überfall in der Hindemithstraße in Gießen mit einem Toten und einem Schwerverletzten gibt es eine erste Festnahme. Ein Ausweis führte auf die Spur eines 43-Jährigen.

Gießen (bl). Das ging schnell: Nach dem brutalen Überfall auf zwei Männer in der Hindemithstraße 13 am 28. Februar, bei dem ein 56-Jähriger getötet und ein 52-Jähriger schwer verletzt wurden, vermelden Staatsanwaltschaft und Polizei nun eine erste Festnahme. Im Grenzgebiet zu Polen sei bei Frankfurt (Oder) am Freitag ein georgischer Staatsangehöriger aufgegriffen worden. Aufgrund des dringenden Verdachts des Mordes und des versuchten Mordes ordnete eine Haftrichterin des Amtsgerichts Fürstenwalde Untersuchungshaft an.

Der dringende Tatverdacht basiere auf Zeugenaussagen, den veröffentlichten Fotos aus einer Überwachungskamera im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses sowie der Sicherstellung eines Ausweises in der Tatortwohnung. Dabei handelte es sich um einen Hausausweis der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen, in der sich der 43-jährige Beschuldigte seit Januar als Asylsuchender aufgehalten habe. So habe im polizeilichen Auskunftssystem vermerkt werden können, dass nach ihm gesucht wird, berichtet Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger, Pressesprecher der Gießener Strafverfolgungsbehörde, auf Anfrage des Anzeigers. Bei der Kontrolle eines mit mehreren Personen besetzten Fahrzeugs durch die Polizei sei er infolge der Fahndungsausschreibung festgenommen worden. »Das war sicher auch ein bisschen Glück, aber das Puzzle hat sich ganz gut zusammengesetzt«, betont Hauburger. Und fügt hinzu: »Noch liegt eine Menge Arbeit vor uns, weil wir vorerst nur Indizien haben.« Die komplexe und aufwändige Spurenauswertung - zum Beispiel von DNA - dauert an. Der 52-Jährige, der in eine Klinik eingeliefert wurde, ist zudem inzwischen mehrfach vernommen worden. Zum Inhalt mochte der Jurist gleichwohl nichts sagen. Für die umfangreichen Ermittlungen war die zehnköpfige »AG Hindemith« eingerichtet worden. Der Beschuldigte selbst habe den Vorwurf bislang »pauschal bestritten«, sich sonst aber nicht zum Sachverhalt geäußert.

Aktuell befindet sich der Mann in einer Justizvollzugsanstalt des Landes Brandenburg. Er soll in den kommenden Wochen nach Hessen gebracht werden. Im Bundeszentralregister seien keine Vorstrafen eingetragen, allerdings sei der 43-Jährige schon ein bis zwei Mal »durch Eigentumsdelikte in Gießen aufgefallen«.

Die Strafverfolgungsbehörden gehen davon aus, dass mindestens eine weitere Person an der Tat beteiligt gewesen ist. Zeugen informierten die Polizei darüber, dass am vergangenen Montag zwischen 21 und 21.30 Uhr zwei Männer das Treppenhaus betreten hatten. Kurz darauf, gegen 21.50 Uhr, sei in einer Wohnung eine gewalttätige Auseinandersetzung wahrgenommen worden. Dort entdeckten Beamte die beiden Opfer. Die Obduktion der Leiche ergab, dass der Ältere zu Tode geschlagen und getreten worden sein muss. Die Ermittler stufen das Gewaltverbrechen als Raubmord ein, da im Zuge dessen Drogen und Geld entwendet worden sein sollen. Die Motivlage war zunächst unklar, weil die Opfer - beide Deutsche - jedoch zweifelsfrei dem Drogenmilieu zuzuordnen seien, könne die Attacke in diesem Kontext verortet werden. Zumal dem Appartementblock in der Hindemithstraße 13 ein gewisser Ruf anhaftet.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt für Angaben, die zur Ermittlung und Ergreifung der Täter führen. Hinweise unter 0641/7006 6555.

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