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Erstes gemeinsames Fastenbrechen

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Polizeibeamte und Gäste der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung zelebrieren das Fastenbrechen. Foto: Cetin © Cetin

Gießen (red). Die Fastenzeit im Frühjahr ist ein verbindendes Element der drei größten Religionsgemeinschaften in Deutschland. Im Christentum sind es die etwa 40 Tage von Aschermittwoch bis zum Abend vor Karfreitag, im Judentum ist es die Woche vor dem Pessachfest und im Islam ist es der Fastenmonat Ramadan.

Diese und weitere verbindende Elemente wurden kürzlich in einem gemeinsamen Fastenbrechen zelebriert. Eingeladen hierzu hatte das Polizeipräsidium Mittelhessen, das den Raum Florenz für die Festlichkeit zur Verfügung stellte, zusammen mit der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung (TDG), welche die Organisation übernahm. Es war das erste gemeinsame Fastenbrechen, an dem sowohl Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte als auch Gäste der Gesundheitsstiftung teilnahmen. Ein in dieser Form nicht alltägliches und bislang einzigartiges Ereignis.

Gebet des Iman

In der Begrüßungsansprache hob Polizeipräsidenten Bernd Paul die Bedeutung der multikulturellen Gesellschaft für Deutschland hervor, welche sich auch in den Einstellungszahlen der Polizei Hessen widerspiegele. Da die Fastenzeit jedoch traditionell eine Zeit der Rückbesinnung und Dankbarkeit sei, wurde zu diesem Anlass auch den Opfern des Ukraine-Krieges sowie des schweren Erdbebens in Syrien und der Türkei gedacht.

In seiner darauffolgenden Ansprache berichtete Dr. Yasar Bilgin, Vorstandsvorsitzender der TDG, aus erster Hand von den schrecklichen Bildern, die sich ihm offenbarten, als er vor Kurzem in ärztlicher Funktion in das türkische Erdbebengebiet gereist war. Er resümierte abschließend sehr positiv die Entwicklung des Zusammengehörigkeitsgefühls der ehemaligen Gastarbeiterfamilien und der einheimischen Gesellschaft. Auch Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich betonte in seinem Grußwort an die Gäste, welche Bedeutung ein solcher Zusammenhalt habe. Man solle nicht übereinander, sondern miteinander reden, so der Tenor seiner Rede.

Zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs, wurde mit dem Gebet eines Imams aus dem mittelhessischen Ehringshausen das sogenannte ›Iftar-Essen‹ (Fastenbrechen) eingeläutet. Die Fürbitte umfasste alle Teilnehmenden des Abends und das Gebet wurde daher auch in deutscher Sprache wiederholt.

Das Fastenbrechen wird traditionell mit dem Verzehr einer Dattel oder einem Schluck Wasser zelebriert. Zusätzlich bekamen die Gäste eine Suppe serviert. Im Hintergrund lief eine ruhige Melodie der orientalischen Längsflöte, einige kennen dieses Instrument auch unter dem Namen Ney. Es folgten viele Gespräche und ein reger Austausch unter den rund 60 Gästen.

Die Möglichkeit, verbindende Elemente gemeinsam zu feiern und hierdurch neue Kontakte zu knüpfen sowie andere Perspektiven kennenzulernen, wurde von den Teilnehmenden durchweg positiv gesehen. Am Ende des Abends bleiben viele positive Eindrücke, die lange in Erinnerung bleiben werden.

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