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Erstes Symposium für Schulsanitäter

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Im Schockraum: Dr. Martin Heinrich erläutert den Schülern Ausstattung und Geräte. Foto: Jahn © Jahn

Das Uniklinikum Gießen gewährte 30 Schulsanitätern Einblick in den Klinikalltag. Denn gute Vorarbeit und optimierte Kommunikation kann für Patienten lebensrettend sein.

Gießen. Die Zusammenarbeit an der Schnittstelle von Schulsanitätsdiensten und den Rettungskräften sowie der Klinik im Interesse der Patienten verbessern - dieses Ziel verfolgte das erste Symposium für den Schulsanitätsdienst der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM). Über 30 als Schulsanitäter tätige und medizinisch interessierte Schülerinnen und Schüler von drei Gießener Schulen konnte das Team von Prof. Christian Heiß, Direktor der Klinik, den Alltag in der Klinik näherbringen und auf gemeinsame Aufgaben hinweisen.

Fallbeispiele

Anregungen zu einer Zusammenarbeit kamen sowohl von den wissbegierigen Schulsanitätern als auch aus den praktischen Erfahrungen in der Klinik. Schließlich sind in der Regel bei Verletzungen in der Schule die Schulsanitäter die ersten Ansprechpartner, welche mit guter Vorarbeit bereits einiges für den Patienten, aber auch für die aufnehmenden Rettungskräfte tun können. So stellte Dr. Christoph Biehl in seinem Vortrag typische Fallstricke bei der Übergabe des Patienten an die Rettungskräfte und die Klinik dar. Vor allem der Informationsfluss sei häufig ausbaufähig. So empfahl Biehl den Schulsanitätern die Kommunikation möglichst ohne Umwege selbst zu übernehmen, um beispielsweise die Unfallsituation möglichst objektiv und genau beschreiben zu können und so eine optimale Versorgung im Krankenhaus zu gewährleisten.

Auch bei der Übergabe in der Klinik und der dortigen Diagnostik können Schulsanitäter mit Hilfe bei der erforderlichen Dokumentation oder Informationen zu Allergien oder ähnlichem behilflich sein.

Dr. Martin Heinrich referierte zu PHTLS und ATLS, also den standardisierten Verfahren im sogenannten Schockraum, während Andre Mattern die erste Einschätzung der Dringlichkeit der Behandlung ankommender Patienten (Triage) erläuterte. Diese Kenntnisse konnten dann auch praktisch in der Klinik vertieft werden.

In einem Fallbeispiel beurteilten die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe der Standardverfahren und -diagrammen die Behandlungsbedürftigkeit einer am Bein verletzten fiktiven Oma Hildegard. Entlang an der roten Navigation der Intensivstation ging es zudem in den Schockraum, den speziellen Behandlungsraum für die Erstversorgung schwerverletzter Patienten. Auch in diesem mit allen wichtigen Geräten wie Röntgen-, CT oder Beatmungsgeräten ausgestatten Zimmer ist vor allem das systematische und schematische Arbeiten im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig. Schließlich arbeiten dort elf Klinikmitarbeiter mit genau bestimmten Aufgaben und Standorten zusammen.

Zum Abschluss gab es noch ein besonderes Highlight für die Mitglieder der Schulsanitätsdienste der Liebigschule, der Aliceschule sowie des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums: Ein exklusiver Besuch auf dem Hubschrauberlandeplatz des Klinikums, wo sonst nur die als »fliegende Intensivstationen« ausgestatteten Hubschrauber erlaubt sind. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich begeistert von den Einblicken und Informationen über die Abläufe in der Klinik. Zum einen werden diese den Schulsanitätsdienst der drei teilnehmenden Schulen verbessern, zum anderen zeigten sich einige der Teilnehmer bereits sehr interessiert an einem eigenen Einstieg in medizinische Berufe.

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