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»Es darf nichts ausgegliedert werden«

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Von: Rüdiger Schäfer

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Viele Mitarbeiter des UKGM bangen um ihre Arbeitsplätze und schlossen sich der Kundgebung an. Foto: Schäfer © Schäfer

Gießen (rsa). Am heutigen Donnerstag sitzt die Gewerkschaft Verdi zu Verhandlungen mit der Leitung des UKGM am Tisch. Es geht in der zweiten Verhandlungsrunde um die Situation der Mitarbeiter ab dem 1. Januar 2023 sowie um Lohn-Tarifverhandlungen. Um dafür Druck aufzubauen, hatte Verdi gestern zu einer »aktiven Mittagspause« vor dem UKGM-Eingang aufgerufen.

170 UKGM-Mitarbeiter hatten sich zur Kundgebung versammelt. Auch Kommunalvertreter waren der Einladung gefolgt. So zeigten Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher und Bürgermeister Alexander Wright ihre Verbundenheit mit den Teilnehmern.

Der zuständige Gewerkschaftssekretär Fabian Dzewas-Rehm sagte: »Was der Konzern will, ist die total falsche Richtung. Es darf nichts ausgegliedert werden. Wir alle hier wollen zusammenbleiben als ein Team, als ein Krankenhaus.« Eigentlich sei es eine Selbstverständlichkeit, dass man keine Stellen abbaue. »Doch ab dem 1. Januar besteht die große Angst des einen oder anderen Kollegen ob seines Arbeitsplatzes.«

Stellenabbau, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und Ausgliederung drohten. »Wobei man sich fragt, was sich bei diesem derzeitigen desolaten Zustand noch verschlechtern kann.« Die Kollegen bräuchten Sicherheit und endlich eine klare Aussage über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze.

Bei den Lohnverhandlungen gehe es bei der allgemeinen Preisentwicklung um eine spürbare Lohnerhöhung. Und auch um den weiteren Erhalt des RMV-Tickets. Der Betriebsratsvorsitzender des Standortes Gießen des UKGM, Marcel Iwnayk, berichtete über die Arbeitssituation im Klinikum. »Wir haben so viele Baustellen wie noch nie«, sein Resümee.

Becher betonte, dass das UKGM ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt darstelle und einer der größten Arbeitgeber sei. Im Juli des Jahres habe er zusammen mit Marburgs Oberbürgermeister einen Brief an die Leitung des UKGM und an die Landesregierung geschrieben und angeboten, bei den festgefahrenen Verhandlungen Unterstützung zu leisten.

»Auch wir in der Kommune sind dafür, dass es keine Zerschlagung geben darf. Wir reihen uns an dieser Stelle gerne bei euch ein.« Für Gewerkschaftssekretär Dzewas-Rehm war es »gut zu wissen, dass die kommunale Politik hinter uns steht.«

Kurz gesagt ginge es in der Verhandlungsrunde um die Forderungen: keine Ausgliederung! keine Kündigung! verbesserte Arbeitsbedingungen! mehr Personal! Übernahme der Ausgebildeten! und mehr Lohn!

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