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»Es ist der Hammer«

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Über die »Silbermedaille» beim Deutschen Kita-Preis freuen sich Jens Dapper (Geschäftsführer), Sarah Althaus (Fachkraft Kita), Tina Freund (Fachkraft Krippe), Nina Klos (FZ, stellv. Leitung), Beate Diehl (Kita-Leitung), Gaby Nickel (Fachbereichsleitung Kitas), Maria Demertzoglou (PivA-Auszubildende), Tatjana Kruse (Fachkraft Kita) und Felix Döring (MdB). © Awo Gießen

»Das ist ein Mega-Erfolg und eine Bestätigung unserer Arbeit« , freut sich das Team der Awo-Kita in Gießen-Rödgen. Die Einrichtung hat den zweiten Platz beim Deutschen Kita-Preis belegt.

Gießen. Noch einen Tag nach der Verleihung des »Deutschen Kita-Preises 2022« kann Jens Dapper, Geschäftsführer der Awo, es kaum fassen: »Es ist der Hammer, wir haben uns super gefreut.« Bereits zum zweiten Mal hintereinander hat eine Kita der Arbeiterwohlfahrt den zweiten Preis bei dem wichtigsten Wettbewerb in diesem Bereich gewonnen. Nachdem im vergangenen Jahr die Kindertagesstätte Marshallstraße in Gießen den zweiten Platz belegte, wurde dieses Mal die Einrichtung in Rödgen ausgezeichnet. »Seit fünf Jahren gibt es diese Auszeichnung und noch nie ist es einer Einrichtung gelungen, den Preis zweimal zu holen«, freut er sich. »Das ist ein Mega-Erfolg und eine Bestätigung unserer Arbeit.«

Dem kann Einrichtungsleiterin Beate Diehl nur zustimmen. »Das ist ein schönes Zeichen für unsere Kita, ich bin stolz auf alle, die zu diesem Erfolg beigetragen haben«, erklärt sie. In der Kita Rödgen werde das Motto der Awo - »Wir gestalten Lebensräume mit Herz und Respekt« - gelebt.

Angetan waren Beate Diehl und Jens Dapper auch von der tollen Atmosphäre in der historischen Station-Halle in Berlin und dem Rahmenprogramm mit Tim Bendzko und Barbara Schöneberger. Insgesamt war das Awo-Team mit acht Personen, neben Jens Dapper und Beate Diehl auch ihre Stellvertreterin Nina Klos, Fachbereichsleiterin Gaby Nickel sowie weitere Mitarbeiter, angereist und hat nach der Verleihung gemeinsam gefeiert.

Feste die Daumen gedrückt hat auch Felix Döring, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion, der in Berlin weilte und es sich nicht nehmen ließ, die Aus-zeichnung gemeinsam mit dem Awo-Team zu verfolgen. In der Kita Rödgen selbst konnten Mitarbeiter und Eltern per Livestream der Veranstaltung in Berlin folgen. Für die Kinder soll es am Freitag ein großes Fest geben.

Ausschlaggebend für den zweiten Platz, den sich die Kita Rödgen mit drei weiteren Einrichtungen teilt, waren unter anderem das kindorientierte, naturnahe Konzept, die offene Arbeitsweise sowie eine kindgerechte Heranführung an das Thema Digitalisierung, die von der JLU Gießen unterstützt wird. »In allen unseren Kitas legen wir großen Wert auf Digi-talisierung«, betont Jens Dapper. So sei jede Gruppe mit Wlan und digitalen Endgeräten ausgestattet. »Während der Corona-bedingten Schließung konnten wir eine App nutzen, um im ständigen Kontakt mit den Eltern zu bleiben«, er-gänzt Beate Diehl. »Für Eltern, die nicht so gut Deutsch sprechen, gab es zusätzlich ein Übersetzungsprogramm.«

»Bei uns gibt es keine festen Gruppen«, betont sie. Die klassischen Räume wurden in sogenannte Funktionsräume umgewandelt. So gibt es unter anderem einen Kreativraum, einen Rollenspielbereich, der wie eine kleine Wohnung aussieht, eine Baustelle und ein Bistro. Die etwa 65 Kinder können jeden Tag frei entscheiden, wo sie spielen möchten.

Bereits seit 2014 besteht eine Kooperation mit einem ortsansässigen Landwirt, der regelmäßig von der »Naturbauernhof-Gruppe« besucht wird. Hinzu- kommen weitere Projekte, wie beispielsweise die Einbindung in die Aktion »Rödgen summt« der Stiftung Mensch und Natur, die sich für eine Bienen-freundliche Umwelt einsetzt, sowie ein eigener Bauwagen in den Feldern.

Für die Kindertagesstätte in Rödgen stellte die Bewerbung übrigens eine besondere Herausforderung dar. »Wir sind erst seit März vergangenen Jahres eine Awo-Kita«, erklärt Beate Diehl. Zuvor habe man fast 50 Jahre unter städtischer Leitung gestanden. »Parallel zur Umstrukturierung unter einem neuen Träger brach dann auch noch Corona aus.«

Insgesamt haben sich rund 1200 Kindertagesstätten und lokale Bündnisse um den Deutschen Kita-Preis 2022 bewor-ben, der eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr-Stiftung, der Marke »Eltern«, der Soziallotterie freiheit*+ und des Didacta-Verbandes ist.

Während der erste Preis, der in diesem Jahr an das baden-württembergische Familienzentrum »Olgakrippe« aus Heilbronn ging, mit 25 000 Euro dotiert war, können sich die Zweitplatzierten über 10 000 Euro freuen.

Was mit dem Geld passieren soll, wird nach Auskunft von Beate Diehl gemeinsam mit den Kindern und Eltern der Kita in Rödgen entschieden. Kleinere Wünsche, wie beispielsweise eine Puppe oder ein Hot-Wheel-Set, hätten die Kinder bereits geäußert. Auch ein Foto mit der begehrten Trophäe konnten die Mädchen und Jungen von sich machen lassen.

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