1. Startseite
  2. Stadt Gießen

»Es ist schön, hier zu sein«

Erstellt:

Pater Johannes Oelighoff zelebriert in der St. Bonifatiusgemeinde Gießen nachträglich seine Heimatprimiz. Zum Priester geweiht wurde er bereits am 9. Mai 2021.

Gießen. Am Sonntag konnten die Mitglieder der St. Bonifatiusgemeinde eine Besonderheit miterleben: Ein ehemaliges Mitglied der Gemeinde, Pater Johannes Oelighoff, feierte seine Heimatprimiz dort nach.

Es ist Brauch innerhalb der katholischen Kirche, dass ein frisch geweihter Priester seine erste Messe in seiner Heimatgemeinde feiert. Das war aufgrund der pandemischen Lage im vergangenen Jahr nur in ganz kleinen Raum möglich, sodass sie nun nachholt wurde. Zum Priester geweiht wurde Oelighoff bereits am 9. Mai 2021.

»Das ist mein einziges Kita-Kind, das diesen Weg eingeschlagen hat«, freute sich Gisela Zimmermann, die ehemalige Leiterin der Kindertagesstätte St. Vinzenz in der Liebigstraße, die Oelighoff besucht hatte. »Es ist schön hier zu sein«, betonte dieser zu Beginn seiner sehr persönlich geprägten Predigt. Darin forderte er die Gottesdienstbesucher auf, jeden mit dem Respekt zu begegnen, wie man sie dem Heiland entgegenbringen würde: »Durch diesen Gedanken wird man beseelt und das sehen auch die anderen Menschen«.

Er ist in der Gemeinde aufgewachsen, stand häufig als Messdiener im Altarraum. Die Impulse für seinen späteren Lebensweg hat er dort durch Pfarrer Hermann Zorn und Kaplan Pater Helmut Müller, erhalten.

Pater Müller gehört der Schönstatt-Bewegung an und konnte den jungen Pater für diese Gemeinschaft begeistern. Die Schönstatt-Bewegung ist offener strukturiert als Orden im klassischen Sinn. So betreibt sie keine Klöster und die Mitglieder leben nicht in einer klösterlichen Abgeschiedenheit, sondern in Gemeinschaften mitten drin. Diese offene Art hat dem 32-Jährigen gefallen, sodass er sich für diese Gemeinschaft entschied.

Nach seinem Abitur absolvierte Johannes Oelighoff seinen Zivildienst in München und knüpfte die ersten Kontakte zu den Patres. »In dieser Zeit fiel auch die Entscheidung, welchen Lebensweg ich einschlagen will. Zunächst war der Entschluss da, Priester zu werden. Die Entscheidung, dem Orden beizutreten, kam später. Ich glaube, dass das der Weg ist, den Gott für mich vorbereitet hat«, sagte er.

In München studierte er Theologie, begann sein zweijähriges Noviziat 2013. Im ersten Jahr leben die Novizen in Abgeschiedenheit in dem Ordenssitz in Vallendar bei Koblenz. Das zweite Jahr verbrachte er mitsamt der Novizengruppe gemeinschaftlich außen, inmitten der Welt. »Im Übrigen ist die Bewegung kein Orden im klassischen Sinne und ich lege auch kein Geblübte ab, sodass man diese Gemeinschaft auch einfacher als andere verlassen kann. Allerdings bleibe ich immer noch geweihter Priester«, erläuterte er.

Sein Anliegen ist es, Orte und Momente zu schaffen, in denen Menschen Gott begegnen können, wie er abschließend sagte. Hierzu wünschten ihm die Gottesdienstbesucher im Anschluss an die Messe sehr viel Glück.

Auch interessant