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Es stinkt (wieder) zum Himmel

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Aus dem Kanal in zwei Rödgener Straßen riecht es mal wieder unangenehm. © Jung

Erneut war die starke Geruchsbelästigung im Stadtteil Rödgen Thema im Ortsbeirat. Die Mittelhessischen Wasserbetriebe informierten das Gremium jetzt über den Stand des Verfahrens.

Gießen. Im vergangenen Juni sorgten Emissionen in der Kanalisation in den Bereichen Zum Bahnhof und Großen-Busecker Straße für Aufregung in Rödgen (der Anzeiger berichtete). Daraufhin bat der Ortsbeirat die Stadt um Unterstützung bei der Ursachenfeststellung mithilfe des Landkreises Gießen und dem Regierungspräsidium Gießen (RP). Jetzt informierten die Mittelhessischen Wasserbetriebe (MWB) den Ortsbeirat schriftlich zum Stand des Verfahrens.

Ursachenforschung

Dem städtischen Eigenbetrieb seien die Beschwerden über unregelmäßig auftretende Geruchsbelästigungen in den genannten Straßen bekannt, schreibt der stellvertretende Betriebsleiter Steffen Kraft. In den letzten Jahren seien Mitarbeiter der MWB wiederholt unterwegs gewesen, um der Ursache der Geruchsbelästigungen auf den Grund zu gehen. Zusammen mit der Fachgruppe des Polizeipräsidiums Mittelhessen seien Überprüfungen vorgenommen worden. Die Polizei hat nämlich die Möglichkeit, Luftmessungen durchzuführen.

Die MWB entnahmen mehrfach Abwasserproben und ließen sie in einem externen Labor analysieren. Ergebnis: Im Abwasser wurden keine Chemikalien festgestellt, vor allem nicht in solchen Konzentrationen, die die Gerüche erklären würden. Das RP-Dezernat Immissionsschutz überprüfte die ansässigen Gewerbebetriebe. Trotz großer Anstrengungen konnten die Gerüche in den vergangenen Jahren nie zu einem eindeutigen Verursacher zurückverfolgt werden. Dennoch hätten sich die MWB nie aus der Angelegenheit herausgenommen, so Kraft, sondern seien bei Meldungen von starken Geruchsbelästigungen immer umgehend vor Ort tätig geworden. Somit habe eine Unterstützung, wie im vergangenen Jahr vom Ortsbeirat gefordert, bereits stattgefunden.

Messungen 2021

Im Frühjahr 2021 wurden bei Luftmessungen im Außenbereich, im Gebäude und im Kanalnetz ein möglicher Verursacher entdeckt: Ein Labor, das mit entsprechenden Lösungsmitteln arbeitet. Dort sind Absauganlagen eingesetzt, die phasenweise die Abluft von diversen Maschinen, aus einem Gefahrstoffschrank sowie der Raumluft absaugen und in die Umwelt weitertragen. Lösungsmittelhaltige Abluft könnte in die Grundstücksentwässerungsanlage und damit in das Kanalnetz weitergetragen worden sein, vermuten die Experten. Im August 2021 hieß es, habe es seit mehreren Wochen keinen Geruch gegeben, so das RP-Dezernat gegenüber dem Beschwerdeführer.

Die Messwerte, die der Ortsbeirat damals in seinem Antrag aufgeführt hatte, seien nicht belastbar. Der Stellungnahme der MWB ist zu entnehmen, eine Überprüfung habe ergeben, dass das von der Beschwerdeführerin benutzte Messgerät nicht den erforderlichen Normen entspreche. Letzten Sonntag roch es wieder aus dem Kanal, teilte Ortsvorsteherin Elke Victor dem Ortsbeirat in der vergangenen Sitzung mit.

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