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ESU: In Nordsyrien droht ein Genozid

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Etwa 100 Teilnehmer kamen zur Kundgebung. Foto: Frahm © Frahm

furcht vor Völermord: Zu einer Kundgebung gegen die türkische Invasion in Nordsyrien hatte die European Syriac Union aufgerufen. 100 Teilnehmer kamen auf den Berliner Platz in Gießen.

Gießen (kjf). »In Nordsyrien droht ein Genozid an den Suryoye, den Armeniern, den Jeziden, den Kurden, den Aleviten und anderen ethnischen Gruppen«, sagte Samuel Tok. Der Syrer, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt und sich in der »European Syriac Union« (ESU) engagiert, begrüßte 100 Teilnehmer, vorwiegend Landsleute, auf dem Platz vor dem Gießener Rathaus zur Kundgebung.

Nachdem der türkische Präsident eine erneute Militärinvasion in Nordsyrien angekündigt hat, befürchten die in Gießen lebenden Syrer, dass es in ihrer Heimat zu einem Völkermord kommen könnte.

Zu den befürchteten Verbrechen an Kurden, Armeniern und anderen, die vom türkischen Militär begangen werden könnten, kommt die Sorge, dass die Jihadisten, denen die Türkei in Nordsyrien einen Rückzugsraum bietet ihre Terrorherrschaft in der Region ausbauen könnten.

Bereits jetzt verbiete die Türkei in den von ihr besetzten Gebieten den verschiedenen Ethnien ihre Muttersprachen zu sprechen und ihre Religionen auszuüben. Die türkischen Besatzer entführten Menschen aus ihren Häusern, stellten sie vor sogenannte Piratengerichte und hielten sie als Geiseln in Gefängnissen fest, schilderte Tok.

Zusammen mit den Jihadisten habe die Türkei große Gebiete im Nordosten Syriens besetzt und plündere dort kulturelle, historische und wirtschaftliche Werte, so der Vorwurf. Diesen Einflussraum wolle die Türkei mit der neuerlichen militärischen Aktion erweitern und festigen. Tok rief die deutsche Bevölkerung und besonders deutsche Politiker auf, gegen das aggressive Vorgehen der Türkei zu protestieren.

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