EZB muss Politik des billigen Geldes ändern

Zum Klimawandel: Der Klimawandel fordert seinen Tribut, längst nicht mehr nur von der Umwelt oder von den von Naturkatastrophen geschädigten Menschen. Immer stärker sind davon auch Sparer, Anleger und Konsumenten negativ betroffen. Der Übergang in eine grünere, CO2-neutrale Weltwirtschaft treibt die Preise und die Inflation an. Fachleute sprechen von »Greenflation«.

Für den starken Inflationsschub mögen noch Pandemie-bedingte Unterbrechungen der Produktion und globale Logistikprobleme verantwortlich sein. Aber das erklärt nicht die stark gestiegenen Preise für Energie (Gas, Öl, Kraftstoff und Strom). Emissionshandel und CO2-Abgabe zeigen Wirkung.

Teurere Energie ist einerseits politisch gewollt, um von den fossilen Energien wegzukommen, andererseits machen sich auch Angebotsverknappungen in den Förderstaaten bemerkbar. Daneben gibt es erhebliche Preisanhebungen auch für Lebensmittel. Die deutschen Erzeugerpreise stiegen im September um 14,2 Prozent, der stärkste Anstieg seit 47 Jahren. Und die Elektromobilität lässt die Nachfrage nach Rohstoffen wie Kupfer, Aluminium oder Magnesium steigen - und damit deren Preise.

Der Klimaschutz kostet mehr als die Finanzkrise und Corona zusammen. Die Bank of America schätzt die weltweiten Kosten für die Mammutaufgabe »Kampf gegen den Klimawandel« auf 150 Billionen Dollar über 30 Jahre hinweg und das treibt die Inflation an. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist auf dem Holzweg, wenn sie meint, das Problem der Geldentwertung sei nur temporär und werde sich wieder legen. Es ist realistisch, von mindestens drei Prozent Inflation auf Dauer auszugehen. Und deshalb muss die EZB ihre Politik des billigen Geldes schon bald ändern. Stefan Kaisers, Gießen

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