FDP sorgt sich um Sport und Bäder

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GIESSEN - (ib). In der letzten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Sport und Integration vor der Kommunalwahl beantragte die FDP, Gießen möge sich einer Resolution der DLRG Hessen zum Erhalt und zur dauerhaften Öffnung der Schwimmbäder in Hessen anschließen.

Bereits 2017 vor der Pandemie habe der Anteil der Nichtschwimmer am Ende der Grundschulzeit bei 60 Prozent gelegen, führte Fraktionsvorsitzender Klaus Dieter Greilich in seiner Antragsbegründung aus. Durch die Schließung der Bäder in der Pandemie werde diese Zahl am Ende dieses Jahres bereits bei geschätzten 75 Prozent liegen. In den zurückliegenden Sommermonaten hätten sich auch in Hessen die Meldungen über Ertrunkene an Badeseen so sehr gehäuft, dass eine Reduzierung der Hallen- und Freibäder schon aus diesem Grund nicht zu verantworten sei.

Auch fordern die Liberalen, die Bäder mit an die Lage der Corona-Pandemie angepassten Hygienekonzepten zu öffnen, sobald die Infektionszahlen durch Impfung und wärmere Temperaturen im Frühjahr und Sommer wieder zurückgehen. Dieser Antrag wurde von allen Fraktionen im Ausschuss angenommen.

Ebenfalls einstimmig bei einer Enthaltung wurde der zweite FDP-Antrag angenommen. Darin wird der Magistrat gebeten, das Positionspapier des Freiburger Kreises zum Lockdown des Breitensports umzusetzen und die im Rahmen der Corona-Pandemie für Breitensportvereine angebotenen Nothilfen in langfristige Zuschüsse für Übungsleiter und andere Betreuer umzuwandeln und darauf hinzuwirken, dass die Novemberhilfen für Sportvereine nicht nur hauptamtlich Beschäftigte zugutekommen.

Laut Aussage des Sportamtsleiters seien die von der Stadt Gießen angebotenen Nothilfen für Sportvereine bisher in keinem Fall ausgezahlt worden. Die Kosten für die Sportanlagen und Aufwandsentschädigungen für Betreuer, liefen allerdings weiter, sagte Greilich in seiner Begründung.

Keine Mehrheit fand dagegen die Aufforderung an den Magistrat, "den Breitensport in Gießen für Kinder und Jugendliche so früh wie möglich zu öffnen." "Ich ärgere mich über diesen Satz", erklärte der grüne Fraktionsvorsitzende Klaus-Dieter Grothe. "Von einer Fraktion, die uns früher vorgeworfen hat, dass wir mit der Pandemie unverantwortlich umgehen, ist so ein Satz ein starkes Stück."

Dementsprechend stimmten Grüne und SPD gegen diese Forderung, FDP und AfD waren dafür, CDU und Linke enthielten sich.

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