Festnahme nach Schüssen in der Gießener Walltorstraße

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GIESSEN - Nach mutmaßlichen Schüssen aus einer Luftdruckwaffe ist es in der Gießener Walltorstraße zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen. Mehrere Streifenwagen rückten am Mittwochabend an, nachdem Hinweise auf eine "Bedrohungslage" eingegangen waren. Auch ein Sondereinsatzkommando war vor Ort. Eine Fußgängerin hatte zuvor über eine leichte Wunde am Kinn geklagt, zudem berichteten Zeugen von "schussähnlichen Geräuschen" aus einem Mehrfamilienhaus.

Die Beamten hätten relativ schnell zwei Verdächtige in einer Wohnung lokalisiert: einen 25- und einen 32-Jährigen. "Nach Aufforderung haben sie die Tür geöffnet und sich widerstandslos festnehmen lassen. Die Gefahr war damit rasch gebannt", schildert Jörg Reinemer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen, auf Anfrage dieser Zeitung. Der Jüngere der beiden "polizeibekannten" Deutschen sitzt inzwischen im Gefängnis, weil gegen ihn ein Haftbefehl vorlag, der sofort vollstreckt wurde.

Bei der Durchsuchung der Wohnung stießen die Polizisten auf größere Mengen Munition für eine Luftdruckwaffe und Drogen. Eine Waffe selbst sei allerdings nicht entdeckt worden. Daher bittet die Polizei, dass sich Zeugen unter der Telefonnummer 0641/7006-3755 melden, die entweder etwas beobachtet haben oder ebenfalls durch Schüsse verletzt worden sein könnten. Denn es sei nicht auszuschließen, dass es weitere Opfer gibt, so Reinemer. Die bisherigen Ermittlungen ließen jedenfalls vermuten, "dass einer der beiden Tatverdächtigen mit einer Luftdruckwaffe aus der Wohnung heraus auf Passanten geschossen hat".

Gegen die Männer ist ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden. In der Vergangenheit seien sie bereits wegen verschiedener Drogen-, Diebstahls- und Körperverletzungsdelikte strafrechtlich in Erscheinung getreten, berichtet Jörg Reinemer. Es solle auch überprüft werden, ob der 25-Jährige und der 32-Jährige zum fraglichen Zeitpunkt unter dem Einfluss von Drogen standen. Dazu, ob die Verdächtigen einen verwirrten oder nicht zurechnungsfähigen Eindruck machten, konnte der Polizeisprecher nichts sagen.

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