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Festnahmeszenarien gehören auch dazu

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2016 zog der Polizeihubschrauber die Blicke auf sich. Auch beim diesjährigen Tag der offenen Tür ist wieder ein Hubschrauber als einer der Höhepunkte dabei. Foto: Polizeipräsidium Mittelhessen. © Polizeipräsidium Mittelhessen.

Das Polizeipräsidium Mittelhessen in Gießen organisiert am 11. September einen Tag der offenen Tür. Die Veranstaltung versteht sich dabei auch als »vertrauensbildende Maßnahme«.

Gießen. Dass Vertrauen in die Polizei elementar ist, weiß natürlich auch Bernd Paul. »Wir sind darauf angewiesen, dass Bürger zu uns kommen, mit uns sprechen und uns vertrauen, auch niedrigschwellig. Das ist ganz, ganz wichtig«, sagt der Präsident des mittelhessischen Präsidiums. Der Tag der offenen Tür am 11. September ab 11 Uhr auf dem Gelände in der Ferniestraße sei in diesem Sinne eine »vertrauensbildende Maßnahme, bei der wir zeigen, was wir in der Hinterhand haben«. Zum ersten Mal seit 2016 öffnet die heimische Polizei damit wieder ihre Pforten für Besucher. »Wegen Corona kommen wir erst jetzt dazu. Wir haben in den vergangenen beiden Jahren Vorplanungen geleistet, dann aber jeweils die Entscheidung getroffen abzubrechen. Jetzt halten wir die Luft an, dass wir den Tag realisieren können, weil wir uns in der Vorbereitung schon sehr weit gewagt haben«, so Paul.

Leistungsvermögen darstellen

»Wir sind als Polizeipräsidium Mittelhessen eine große Behörde mit Sitz in Gießen. Wir haben einen großen Zuständigkeitsbereich, ein großes Aufgabenspektrum und mehr als 2000 Mitarbeiter. Da liegt es natürlich nahe, dass wir uns der Öffentlichkeit präsentieren möchten«, erläutert der Präsident. Das Programm zum Tag der offenen Tür sei so breit aufgestellt wie das Aufgabenspektrum der Polizei und richte sich an Jung und Alt. Neben Informationen zu den Arbeitsfeldern gebe es aber auch ein weitgefächertes Unterhaltungsprogramm mit Animations- und Kinderprogrammen. »Wir machen das auch ein bisschen eigennützig für uns. Denn es ist ja eine gute Gelegenheit, unser Leistungsvermögen darzustellen. Im Sinne von Vertrauensbildung: Eure Polizei kann das, Eure Polizei macht das! Da werden dem einen oder anderen an einzelnen Stationen die Augen übergehen, was wir alles machen und wie wir das machen.« Zudem wolle man junge Menschen begeistern, auch solche, die »vielleicht schon in einem Beruf sind und überlegen, sich zur Polizei hin zu verändern. Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber, der einen sicheren Arbeitsplatz bietet, was sicherlich in der heutigen Zeit ein großes Pfund ist. Deswegen sind wir mit unserer Einstellungsberatung vor Ort.« Eine Besonderheit in diesem Jahr bestehe darin, dass sich nur die Polizei darstelle, nicht aber ihre Partner.

Bei den Ständen zu Verkehrs- und Kriminalprävention habe man sich an bestimmten Zielgruppen orientiert. »Wenn wir zum Beispiel Senioren betrachten: Da müssen wir ganz andere Delikte ins Kalkül ziehen, bei denen sie Opfer werden können. Und die auch präventabel sind.« An weiteren Ständen gibt es unter anderem eine Fahrradcodieraktion mit Präventionstipps zum Radfahren. Die AG »Raser, Tuner, Poser« präsentiert sich, und auch eine Autogrammstunde mit Eduard Trippel, Silbermedaillengewinner im Judo bei der Olympiade 2021 in Tokio, ist vorgesehen. Mit Liane Bellmann vom Landeskriminalamt ist Hessens einzige Phantombildzeichnerin an Bord. Ebenso wie die Tauchergruppe aus Mühlheim. Paul: »Wir werden das ganze Gelände und auch den oberen Teil der Ferniestraße beplanen.«

Caritativ finden die Verlosung von der »Tour der Hoffnung« und ein Stand der Aktion für Menschen mit Behinderung beim Tag der offenen Tür ihren Platz. »Und es gibt natürlich die aufsehenerregenden Klassiker: Ein Hubschrauber wird starten und landen. Das SEK demonstriert ein Festnahmeszenario. Die Reiterstaffel kommt mit Pferden und wir haben Hundevorführungen im Programm. Aktionsfläche ist der Hubschrauberlandeplatz.« Selbstverständlich werde man Besucher durchs Haus und in Bereiche führen, zu denen sonst niemand Zugang hat. Exemplarisch nennt der Präsident den Gewahrsam.

Kinderkommissar Leo mit dabei

Kleine und Kleinste dürfen sich auf Kinderkommissar Leon und eine Hüpfburg freuen. Auch ein Fahrrad- und Fitness-parcours für Kinder ist vorgesehen. Und für alle gibt es ordentlich was auf die Ohren: »Die Schlagerband ›Erna und die Berts‹ kommt. Am Abend spielt die Rockcoverband ›Loudhouse‹«, ergänzt Organisatorin Corina Weisbrot.

Der Tag der offenen Tür ist für sieben Stunden angelegt, erfahrungsgemäß dürfte es jedoch einen ordentlichen Nachlauf geben. »Wir werden aber niemanden des Platzes verweisen«, versichert der Polizeipräsident mit einem Augenzwinkern. Zum letzten Tag der offenen Tür des Präsidiums im Jahr 2016 kamen übrigens etwa 15 000 Besucherinnen und Besucher. Der Eintritt zu der barrierefreien Veranstaltung ist frei. Das Bühnenprogramm wird von einem Gebärdendolmetscher begleitet.

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