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Frischer Glanz in alten Räumen

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Viele Erinnerungen wurden beim Tag der offenen Tür in den »aufgehübschten« Räumen ausgetauscht. Foto: Jung © Jung

Mitglieder der Vereinsgemeinschaft Wieseck verpassten dem traditionsreichen Saalbau Schepers einen neuen Anstrich. Zum Tag der offenen Tür kamen viele Besucher in den Gießener Stadtteil.

Gießen. Die Gäste staunten beim »Tag der offenen Tür«, als sie sich im Saalbau Schepers umschauten. Der Saal, wo früher das Tanzbein geschwungen wurde, Radballer unterwegs waren, Ausstellungen über dies und jenes informierten und heute die Chorgemeinschaft ihre Chorproben abhält, zeigte sich blitzblank. Einen Stand hatte der Obst- und Gartenbauverein aufgebaut und verkaufte leckeren, selbst gekelterten Apfelsaft. Mit Farbe und Pinsel waren Vorstand und Mitglieder der Vereinsgemeinschaft ans Werk gegangen, frischten die Wände auf. Und schafften Ordnung auf der Bühne, damit der große Raum in neuem Glanz erstrahlt.

Mit Leben füllen

»Da kamen schon einige Stunden für die Renovierung zusammen«, blickt Eckhard Bröckmann, der neue Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft, zurück. Der Saalbau soll für die Wiesecker erhalten bleiben, das ist das erklärte Ziel der Vereinsgemeinschaft. Künftig sollen die Räumlichkeiten in der ehemaligen Traditionskneipe genutzt und wieder mit Leben gefüllt werden. Die Vereine können sie mieten für Feiern, Veranstaltungen und Versammlungen.

Schmuck sah die ehemalige Kneipe aus, Herbstgestecke auf den Tischen und weiße Papiertischdecken luden zum Verweilen ein. Es fehlte nur noch das Gießener Bier, das einst von Adi, dem Wirt der Gaststätte, in die Gläser gezapft wurde.

Einige alte Wiesecker erinnerten sich an die Zeit »im Schepers«. Thomas Wagner begleitete vor vielen Jahren seinen Vater, wenn der zum Frühschoppen in das Gasthaus in der Philosophenstraße ging. Er trank seinen Gießener Schoppen und der kleine Sohn bekam einen Barhocker vor den Spielautomaten gestellt und zehn Pfennige in die Hand gedrückt. Da hatte er einige Zeit Beschäftigung und der Vater Gelegenheit, um mit den Stammtischbrüdern in Ruhe zu plaudern. Für Thomas Wagner hat die Kneipe darüberhinaus eine besondere Bedeutung: Vor 45 Jahren lernte er dort seine spätere Frau Petra kennen.

Erhalten ist noch das alte Schild in der Gaststätte mit der Aufschrift: »Es lebe unser Heimatort, du Wissich mit der alten Port«.

Zum »Tag der offenen Tür« hatte die Sängervereinigung Wieseck zum offenen Singen eingeladen. Vorsitzender Otto-Willi Kaiser betonte in seinen Grußworten die Bedeutung des Singens, die Gemeinschaft unter Gleichgesinnten sowie den Spaß und die Freude an der Musik.

Die zahlreichen Gäste nutzten nach dem Rundgang durch die aufgehübschten Räumlichkeiten die Sonderausstellung des Wiesecker Heimatvereins »Wieseck und seine Münzen« (der Anzeiger berichtete). Wechselnde Ausstellungen finden sich in den Räumen, die jeden dritten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet sind und immer wieder Interessantes zeigen. Die Vereinsgemeinschaft betreut schon seit vielen Jahren auch die Wiesecker Grillhütte, die gerne für Feiern und Veranstaltungen gemietet und genutzt wird.

Räume anmieten

Anfragen zur Anmietung vom Saalbau Schepers sind möglich unter der Mail Saalbau@vereinsgemeinschaftwieseck.de. Anfragen zur Grillhütte sind zu richten an Grillhuette@vereinsgemeinschaftwieseck.

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