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»Frühjahrsputz« am Wegesrand

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Der zehnjährige Simon hat einen alten Fleischwolf gefunden. Annke Rinn (Mitte) ärgert sich über die vielen Zigarettenstummel. © Schäfer

Bei der jährlichen Müllsammelaktion in der Nördlichen Weststadt machen die Bewohner gründlich sauber. Geärgert wird sich über die vielen Kippen in Kita-Nähe, aber auch Kurioses wird entdeckt.

Gießen. Es geht um Kippen, kleine und große Flaschen, Verpackungen von Süßigkeiten und sonstige Abfälle des täglichen Lebens. Achtlos werden sie draußen oft fallen gelassen. Vor der eigenen Haustür des Mehrfamilienhauses, irgendwo auf dem Bürgersteig oder gar in der freien Natur. Offenbar gedankenlos und fast überall geschieht das. »Was ich fallen lasse, muss ein anderer aufheben«, wird dabei wohl nicht bedacht.

Zigarettenkippen in Kita-Nähe

Dass der soziale Zusammenhalt in der Nordstadt und in der Nördlichen Weststadt ein besonders großer ist, zeigt die immer wieder starke Beteiligung der Bewohner bei den jährlichen Müllsammelaktionen in diesen Quartieren. Geärgert wurde sich dabei nun vor allem über viele achtlos weggeworfene Zigarettenkippen in Kita-Nähe. Aber auch durchaus ungewöhnliche »Fundstücke« wurden beim Saubermachen entdeckt.

Rund 50 Personen hatten sich am Wochenende zum »Frühjahrsputz« in der Nördlichen Weststadt eingefunden. Die Veranstaltung begann und endete auf dem Gelände der Jugendwerkstatt Gießen. Hier wurde der gesammelte Müll deponiert und wird in dieser Woche vom Stadtreinigungs- und Fuhramt abgeholt. Der von Seiten des Quartiersmanagements und der Bewohner-Arbeitsgruppen initiierte »Frühjahrsputz« wird als Aktion seit 2020 jährlich Mitte März durchgeführt, um sich so als regelmäßig stattfindende Veranstaltung zu etablieren. Trotz der Pandemielage konnte der Frühjahrsputz auch 2021 mit einem entsprechenden Hygienekonzept durchgeführt werden. Diesmal hatten sich Bewohner als Einzelpersonen, Familien oder Vertreter von Institutionen und Vereinen angemeldet. Erneut beteiligte sich der SPD-Ortsverein West sowie die evangelische Stephanus-Gemeinde. Unterstützung kam darüber hinaus von einer Gruppe des »CleanUpWalk«. Die Veranstaltung wurde in bewährter Kooperation mit dem BIWAQ-Team der Jugendwerkstatt Gießen durchgeführt. Die Ehrenamtskoordination der Stadt stellte das benötigte Material zur Verfügung. Schubkarren lieh die IJB aus.

Zwar verzichtete man in diesem Jahr auf das gemeinsame Abschlussessen, doch wurde den Teilnehmenden am Ende der Aktion eine »Suppe to go« angeboten, die Mitarbeiter der Jugendwerkstatt zubereitet hatten. Unterstützung leisteten zudem die drei Wohnungsbaugesellschaften im Stadtteil - Wohnbau Gießen, WEVATO, GWH Wohnungsgesellschaft Hessen -, die den Transport des Mülls von externen Sammelstellen zur Jugendwerkstatt bewerkstelligten.

Viele junge Familien beteiligen sich

In Zusammenarbeit mit den Bewohner-Arbeitsgruppen wurde die Putzaktion organisiert von Annke Rinn und Nora Kohl vom Quartiersmanagement, mit dem das Diakonische Werk in diesem Stadtteil Gemeinwesenarbeit betreibt. »Der Frühjahrsputz stellt für uns ein gelungenes Beispiel für die gute Kooperation und das Zusammenleben in der Nördlichen Weststadt dar«, berichtete Kohl. Für Rinn ist »sehr frustrierend«, dass »gerade in der Nähe von Kitas viele, viele Kippen herumliegen«.

Junge Familien und insbesondere Frauen mit kleinen Kindern waren an zahlreichen Stellen der Stadt anzutreffen. An einem Weg entlang eines Bächleins hinter dem Mountainbike-Parcours waren etwa Nicola Röther vom Stadtteilrat mit ihren Kindern Viktoria (zwölf Jahre) und Simon (zehn Jahre)) unterwegs. Dabei waren auch Anne und Christoph Wettner mit dem dreijährigen Clemens. Dessen drei Monate alte Schwester Linda beäugte aus dem Kinderwagen die Sammelaktion des Teams. Unter ihren Sammelobjekten stach ein alter mechanischer Fleischwolf heraus sowie zwei Betonscheiben einer Waschmaschine, die normalerweise beim Schleudervorgang die Standstabilität verleihen. Vor dem Eingang zum Kaufhaus der Jugendwerkstatt waren weitere ausgefallene Fundstücke zu bestaunen. Darunter befanden sich eine Matratze, ein Tisch sowie zwei fast neue Spaten.

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Dieser Müll liegt nun nicht mehr in der Natur. © Schäfer

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