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Für eine Lehre ohne Barrieren

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Erfolgreiche Konferenz: Das Team des Blindenzentrums BliZ der THM. Foto: THM © THM

Gießen (red). Wie Lehre barrierefrei gestaltet werden kann, ist seit Jahren Kernfrage der Konferenz »DigiBar - Digitale Barrierefreiheit in der Lehre weiter denken« an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Sie hat nun erneut mit 130 Expertinnen und Experten der Lehre stattgefunden.

Die Konferenz wurde vom Zentrum für blinde und behinderte Studierende der THM (BliZ) zusammen mit dem Studium Digitale der Goethe-Universität Frankfurt veranstaltet. Vor Ort gab es eine Vielzahl von Vorträgen, Workshops, Ausstellungsständen und Diskussionen.

Nach einer Begrüßung durch die Vizepräsidentin für Lehre und Forschung der THM, Prof. Dr. Katja Specht, referierte der emeritierte Richter und Aktivist für digitale Barrierefreiheit, Uwe Boysen, über die rechtliche Lage und den - derzeit noch dürftigen - Stand der praktischen Umsetzung. Nicht umsonst betreibt das BliZ genau zu diesem Thema aktuell ein mehrjähriges Forschungsprojekt, um Großkonzerne für die Belange kognitiv, motorisch und visuell eingeschränkter Nutzer zu sensibilisieren. Weitere Beiträge befassten sich mit der Untertitelung von Lehrvideos, Bildbeschreibungen, 3D-Druck oder der Beratung behinderter Studierender. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich die mehrstufige Simulation der Robert-Enke-Stiftung »Impression Depression«, die mittels virtueller Realität die verschiedenen Stadien einer psychischen Erkrankung erlebbar machte.

Wie Untersuchungen der Stiftung zeigen, ist die Zahl der depressiven Erkrankungen während der Corona-Pandemie im universitären um das Dreifache gestiegen, was diese Simulation umso wertvoller für die Teilnehmenden machte. Auf der Konferenz wurden außerdem weitergehende Projekte vorgestellt. Zum einen der Sammelband »Digitale Barrierefreiheit in der Lehre« des BliZ in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität. Zum anderen veranstaltet die Leiterin des BliZ, Prof. Dr. Monika Maria Möhring, eine wissenschaftliche Veranstaltung »Digital Accessibility« auf der internationalen IARIA Health-Care-Konferenz im April 2023 in Venedig. Somit wird die deutsche Forschungsarbeit auf die internationale Bühne gebracht.

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