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Für mehr »Aufenthaltsqualität«

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Der versiegelte Bereich präsentiert sich im Gegensatz zum braunen Buntsandsteinbau des Bahnhofsgebäudes in farblosem Grau. Noch fehlt einiges Grün. © Schäfer

In Baumaßnahmen am Bahngleis 11 am Gießener Bahnhof werden 125 000 Euro investiert. Die Idee eines Gärtners, am Gebäude einen Sportpark anzulegen, ist in die Planung nicht eingeflossen.

Gießen. Auf dem Bahnhofsgelände wird es auch künftig definitiv keine Outdoor-Möglichkeit geben, seinen körperlichen Allgemeinzustand zu verbessern. Sich Fitness am Bahnhof anzueignen, wird auch weiterhin darauf beschränkt bleiben, einen gleich abfahrenden Zug per Eilschritt oder gar im Sprinten noch zu erreichen. Oder schweres Gepäck bei ausgefallenem Aufzug die vielen Treppenstufen hoch zur Gleisbrücke und danach runter zum Bahnsteig zu wuchten.

Die ehemals eingezäunte grüne Fläche am Bahnhof direkt am Gleis 11 - nahe dem Gleis 1 am Bahnhofsgebäude vor dem Eingang zur Bundespolizei - hatte vor etlichen Jahren den Bad Nauheimer Kreisgärtnermeister Horst Claussen inspiriert, die ungenutzte kleine Wiesenfläche in einen kleinen Park umzugestalten. Der könnte mit Fitnessgeräten für Bahnmitarbeiter und Reisende bestückt werden, so seine Vorstellung, mit der er an die Bahn herantrat, die dieser positiv gegenübertrat.

Von 30 Studenten der Hoch-schule Geisenheim dazu ausgearbeitete Entwürfe wurden sogar im Bahnhof mit der Absicht ausgestellt, die eine oder andere Idee in die Planung einfließen zu lassen. Fast ein Jahrzehnt nach der Initiative des Bad Nauheimer Gärtnermeisters hat sich seit einigen Wochen einiges auf dem Areal getan. Drei Dutzend Fahrradboxen begrenzen den betroffenen Bereich, der zum größten Teil mit Betonplatten und Sitzbereichen aus Beton nun versiegelt ist. Dominierend wie der gesamte Bahnhofsvorplatz sind farblose Grautöne von Fahrradboxen, Bodenplatten und Betonwürfel und -quader. Zum gemütlichen Verweilen während des Wartens auf die Anschlussverbindung, den eigenen Zug oder eine verspätete Abfahrt laden diese wohl eher nicht ein. Der braune Buntsandsteinbau des Bahnhofsgebäudes bildet einen wohltuenden farblichen Kontrast zu den Grautönen.

Einige Arbeiten bis zur Fertigstellung stehen noch aus, so die Bepflanzung kleinerer Teilbereiche und die Angleichung im Bereich zum Gebäude. Dies alles soll »voraussichtlich im zweiten Quartal fertiggestellt sein«, so eine Bahnsprecherin. »Die Deutsche Bahn (DB) baut aktuell für die Reisenden eine nicht genutzte Fläche für einen Wartebereich »außen« aus. Das Ziel: die Aufenthaltsqualität im Bahnhof Gießen zu erhöhen«, so die DB in einer Mitteilung. Die Gesamtkosten beliefen sich nach Fertigstellung auf rund 125 000 Euro. »Die Finanzierung ist über das Konjunkturprogramm des Bundes im Jahr 2021 gewährleistet worden. Die Restarbeiten deckt die DB über eigene Mittel ab.«

Der Anzeiger wollte wissen, inwieweit Ansätze der damaligen Konzepte, die vom Wetterauer Kreisgärtnermeister Claussen angestoßen worden waren, in der endgültigen Planung berücksichtigt wurden, ob überhaupt etwas davon übriggeblieben ist. Außer dem gesetzten Anstoß für eine Umgestaltung der Fläche rein gar nichts.

Die Bahnsprecherin: »Eine solche Konzeption ist in diesem Bereich leider nicht umsetzbar. Die Geräte müssten dann von der DB Station&Service betrieben werden. Das Thema der Haftung und der unsachgemäßen Nutzung wäre dabei nicht unerheblich.«

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