1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Für »Politik von Maß und Mitte«

Erstellt:

Von: Thomas Wißner

giloka_2609_CDU-Bouffier_4c
»Gemeinsam werden wir es schaffen«: Frederik Bouffier und Ersatzkandidatin Michelle Kraft. Foto: Wißner © Wißner

Die Gießener CDU hat Frederik Bouffier als Landtagskandidaten für den Wahlkreis 18 nominiert - und zwar mit einem deutlichen Votum von 98,1 Prozent.

Gießen. Es war ein deutliches Votum für Frederik Bouffier: Bei der Wahlkreisdelegiertenversammlung im Bürgerhaus Wieseck ist er nun auch offiziell von der CDU zum Direktkandidaten für die Landtagswahl im Wahlkreis 18 nominiert worden - mit 98,1 Prozent. 52 der 53 Delegierten aus Gießen, Biebertal, Heuchelheim, Wettenberg und Lollar stimmten für Bouffier, einer gegen ihn. Der Jurist folgt damit als Bewerber auf Klaus Peter Möller, den er auch als Stadtverbandsvorsitzenden abgelöst hat. Vor fünf Jahren gehörte auch Staufenberg noch zum Wahlkreis, die Gemeinde ist nun aber dem Wahlkreis 19 zugeschlagen worden. Die hessische Landtagswahl findet voraussichtlich im Herbst 2023 statt.

Als »Gießener Bub« kenne sich Frederik Bouffier in der Region aus, er sei seit vielen Jahren in der Jungen Union aktiv, obendrein gut vernetzt und verfüge über das politische Rüstzeug, das er in den nächsten Wochen und Monaten brauche, so Klaus Peter Möller. Als Rechtsanwalt stehe er zudem mit beiden Beinen im Leben. Und schon im OB-Wahlkampf habe er gezeigt, »wie Wahlkampf funktioniert«. Für Frederik Bouffier ist das Ziel eindeutig: »Wir wollen die Wahl gewinnen, wieder klar stärkste Kraft werden und mit Boris Rhein an der Spitze auch zukünftig die Landesregierung anführen.« Gleichzeitig gelte es, beide Direktmandate für die Union zu holen. »Das wird kein Selbstläufer. Aber gemeinsam werden wir es schaffen«, betont der Christdemokrat.

Sorgfältig abwägen

In seiner - passend zum Wahlkreis - 18-minütigen Rede nahm sich Bouffier zunächst die Bundesregierung vor, die »aus rein ideologischen und parteitaktischen Gründen« für ein »völliges Durcheinander« sorge, darüber hinaus noch eine liberale Drogenpolitik durchsetzen wolle und eine Sanktionierung in unserer Gesellschaft zulasse. »Das nimmt mittlerweile erschreckende Ausmaße an. Da werden bestimmte Lieder auf Festen gespielt, die wochenlang die Charts anführen, weil man Angst vor öffentlichen Shit-storms hat«, so der 31-Jährige, der das Gendern ebenso anprangerte wie die Debatte über »Winnetou«. All das sei »schlicht absurd«. Sein Appell: »Wir dürfen nicht zulassen, dass sich kleine, aber lautstarke Gruppen zum Zensor über Gut oder Böse, Falsch oder Richtig aufschwingen.«

Der Landespolitik zugewandt, sprach er sich dafür aus, dass Hessen ein starker Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort bleiben müsse. »Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind die Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft.« Auch Sicherheit müsse ein Schwerpunkt der Politik bleiben. Die Ausstattung von Polizei, Feuerwehren und Rettungsdiensten liege ihm am Herzen. »Besondere Anstrengungen müssen wir auch in der Justiz unternehmen. Sie ist deutlich überlastet und braucht massive Verstärkung«, mahnte Bouffier. Weiterhin plädierte er für eine engagierte Bildungspolitik, »die niemanden zurücklässt, sondern allen eine faire Chance für ihr Leben eröffnet«, für eine ebenso engagierte Klimaschutzpolitik sowie für die Fertigstellung der A 49 zwischen Gießen und Kassel. »Wer gegen alles protestiert und blockiert, verbaut sich selbst die Zukunft«, ist Frederik Bouffier überzeugt und kündigt seinerseits »eine Politik von Maß und Mitte« an, »die sorgfältig abwägt, mutig entscheidet und ihre Entscheidungen dann auch umsetzt«. In Wiesbaden wolle er sich dann »aktiv für unsere Heimat einsetzen« und gleichzeitig »vor Ort ein bürgernaher und präsenter Abgeordneter sein«.

Ersatzkandidatin ist übrigens Michelle Kraft aus Lollar. Die zweifache Mutter ist seit elf Jahren in der Stadtverordnetenversammlung und in Ortsbeiräten in ihrer Heimatstadt engagiert. An der Justus-Liebig-Universität studierte die 33-Jährige Betriebswirtschaftslehre und arbeitet aktuell in der freien Wirtschaft bei einem Unternehmen in Wetzlar. Von 52 Delegierten stimmten 47 für Kraft, die dadurch ein Votum von 90,4 Prozent erzielte. Aus den Händen des Kreisvorsitzenden Prof. Helge Braun nahm sie einen Blumenstrauß entgegen, während Frederik Bouffier einen Hessen-Löwen erhielt, »der Dir den Weg nach Wiesbaden zeigen soll«.

Auch interessant