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Für Radfahrer und Fußgänger

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Auf der linken Seite ist ein Rad- und Fußweg geplant, während rechts ein Fußweg entsteht. Foto: Schäfer © Schäfer

In der Rödgener Straße in Gießen entstehen neue Rad- und Gehwege. Baubeginn soll spätestens im Dezember sein.

Gießen. Als die Stadt in Frühjahr eine Befragung zum Thema »Radverkehr und Sicherheit« startet, rückt auch die Rödgener Straße in den Fokus. Dort »fällt mir das zu knappe Überholen als Fahrradfahrer besonders auf. Aufgrund einer durchgezogenen Linie ist besonders die Strecke zwischen der Rudolf-Diesel-Straße und der Kletterhalle sehr gefährlich«, führt eine Teilnehmerin aus. Die Stadt hat den angesprochenen Abschnitt schon länger im Blick und den Bau eines Rad- und Gehwegs bereits 2019 als Maßnahme für die Hessenkasse festgelegt. Ursprünglich waren 1,085 Millionen Euro beim Landesförderprogramm gemeldet. Die Stadtverordneten haben aber jüngst Umschichtungen einiger Mittel beschlossen und 1, 1 Millionen Euro nachgemeldet.

Gewerbebetriebe, Wohnungen und bald das neue Logistikzentrum: In den vergangenen Jahren ist das Gebiet »Am alten Flughafen« gewachsen. Das bringt Frequenz in den Bereich der Stadt, ebenso wie unter anderem die Sophie-Scholl-Schule und das DAV-Kletterzentrum. Für Fußgänger und Radfahrer ist die Situation jedoch schwierig, insbesondere zwischen dem Knoten Rudolf-Diesel-Straße und der Bushaltestelle Sophie-Scholl-Schule. Das soll sich ändern: »Auf der südlichen Seite soll ein neuer Gehweg entlang des Krebsbaches bis in Höhe Bushaltestelle Sophie-Scholl-Schule erstellt werden«, heißt es in der Projektbeschreibung für die Hessenkasse. In Teilbereichen des Weges auf der Seite in Fahrtrichtung stadtauswärts müsse am oberen Rand der Böschung zum Krebsbach eine Gehwegsicherung mit sogenannten Winkelstützelementen aufgebaut werden. Auf der Fahrbahn werde ein Fahrradschutzstreifen markiert: »In Teilbereichen muss dafür der nordwestliche Fahrbahnrand verbreitert werden.« Auf der anderen Seite in Fahrtrichtung stadteinwärts ist ein kombinierter Rad-/Gehweg geplant. »Die Bushaltestelle an der Marshallsiedlung wird grundhaft erneuert und barrierefrei umgestaltet«, ist in der Beschreibung nachzulesen. Die Straßenentwässerung müsse auf ganzer Länge überplant werden. Wegen der neuen Radverkehrsanlagen werde der Knoten Rudolf-Diesel-Straße/Rödgener Straße baulich und signaltechnisch angepasst.

Warum es teurer wird? »Auf Grundlage der Erkenntnisse aus dem Baugrundgutachten muss auch die Fahrbahn entgegen der ursprünglich geplanten Deckenerneuerung abschnittsweise grundhaft erneuert werden. Die Untersuchung des Krebsbachdurchlasses in der Rödgener Straße hat ergeben, dass dieser dringend erneuerungsbedürftig ist. Eine Betonsanierung ist aufgrund der geringen Bauwerkshöhe schwierig. Vorgesehen ist daher ein Ersatzneubau.«

Beginn bis Dezember 2022

Dieser Neubau soll in Fließrichtung links neben dem alten Durchlass entstehen, um »den Eingriff in das Gewässer möglichst gering zu halten«. Dadurch könne künftig auch auf die Inanspruchnahme von Privatgrundstücken verzichtet werden. »Die Verkürzung des Bauwerks hat außerdem einen positiven Einfluss auf die Gewässerökologie.« Begonnen werden soll die Maßnahme bis Dezember. Bis September 2024 muss sie abgenommen, und bis November 2024 abgerechnet sein.

Dass es neben dem Rad-/Gehweg an der Rödgener Straße bei weiteren Projekten wie der Sanierung des Wallenfels’schen Hauses zu Aufstockungen der Mittel aus der Hessenkasse kommt, begründet der Magistrat mit der Zeitplanung. Aus unterschiedlichen Gründen habe sich die Durchführung einiger ursprünglich geplanter Maßnahmen verzögert, so dass ihre Fertigstellung bis zum Ende des Förderzeitraums »aus heutiger Sicht nicht sicher gewährleistet ist«. Die entsprechende Fertigstellungsfrist würde überschritten, was zu einem vollständigen Entfall der Förderfähigkeit der Maßnahme führen könne. »Die dann angefallenen Auszahlungen wären in einem solchen Fall vollständig und ohne Gegenfinanzierung durch die Stadt Gießen zu tragen. Aus heutiger Sicht stellt ein Festhalten an der Umsetzung dieser Maßnahmen in Bezug auf die Förderung ein finanzielles Risiko dar«, formuliert der Magistrat. Per Beschluss der Stadtverordneten sind der Neubau der Ein-Feld-Sporthalle am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, der Neubau des Verwaltungsgebäudes am Friedhof Rodtberg und die Revisionsverschlüsse des Klinkel’schen Wehrs aus dem Landesförderprogramm genommen worden. »Dies bedeutet nicht, dass die nun gestrichenen Maßnahmen ersatzlos entfallen«, macht der Magistrat in seiner Vorlage deutlich.

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