1. Startseite
  2. Stadt Gießen

GAiN-Leiter reist zur Papstaudienz nach Rom

Erstellt: Aktualisiert:

giloka_1905_dewald_19052_4c
Im Vatikanmuseum wird künftig auch an den Holocaust erinnert: Klaus Dewald (vorne rechts) aus Gießen überbringt zur Eröffnung die ersten Exponate. Neben ihm steht Ahmed Obaid Al Mansoori, der Gründer der ersten Holocaust-Gedenkstätte in der arabischen und muslimischen Welt. © GAiN

Gießen (red). Im Vatikanmuseum wird es künftig einen Bereich zum Gedenken an den Holocaust geben. Anlässlich dessen Eröffnung reiste Klaus Dewald, Leiter der in Gießen ansässigen Hilfsorganisation »Global Aid Network« (GAiN) zunächst nach Israel, um gemeinsam mit einer offiziellen israelischen Delegation daran teilzunehmen und die ersten Exponate zu übergeben - inklusive einer Papstaudienz.

Zur Delegation aus Israel gehören Mitglieder des Vorstandes der »Helping Hand Coalition«, dem Projektpartner von GAiN. Das Hilfswerk vermittelt Patenschaften für Holocaustüberlebende.

»GAiN ist es ein Anliegen, Überlebende des Holocaust in ihrer letzten Lebensphase zu unterstützen«, heißt es in einer Pressemitteilung. Deshalb sei im Jahr 2008 ein Patenschaftsprogramm ins Leben gerufen worden. Mehr als 300 Überlebende, die vor allem aus Osteuropa, unter anderem der Ukraine, nach Israel zurückgekehrt sind, erhalten monatliche Lebensmittelgutscheine und werden zu Veranstaltungen, den sogenannten »Shalomhäusern« eingeladen. Damit solle ihnen Gemeinschaft und Begegnung ermöglicht werden.

Überreicht werden sollte am gestrigen Mittwoch zum Beispiel ein hochwertiges Buch, in dem sechs Millionen Mal das Wort »Jew« aufgeschrieben ist, zudem eine Skulptur mit einer Menora, an deren Fuß Gegenstände von Überlebenden liegen, eine Skulptur mit zwei Händen, die einander halten - in Anlehnung an das Logo der »Helping Hand Coalition« - und ein Buch mit Porträts von Holocaustüberlebenden wie Izaac Goldfinger.

Klaus Dewald betrachtet das Treffen mit dem Papst als einen Beitrag zur Aufarbeitung des Holocaust. »Denn es ist an der Zeit, dass auch der Vatikan des Holocaust gedenkt. Für mich ist es eine Ehre, dabei zu sein.« Ein wünschenswerter Nebeneffekt der Zusammenkunft könnten Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit von GAiN und dem Vatikan hinsichtlich der aktuellen Ukraine-Nothilfe sein.

Auch interessant