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»Garant für eine friedliche Zukunft«

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Bürgermeister Alexander Wright, Lawrence de Donges-Amiss-Amiss, Jennifer Dönges (beide Deutsch-Englische Gesellschaft Gießen) und OB Frank-Tilo Becher begrüßen die Oberbürgermeisterin von Winchester, Vivian Achwal. © Czernek

Seit 60 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen Winchester und Gießen. Anlass für einen Besuch der Bürgermeisterin Vivian Achwal zum Besuch an der Lahn.

Gießen. »Die freundschaftliche Verbindung zwischen unseren Städten ist immer auch eine Freundschaft zwischen den Menschen. Und sie ist ein wichtiger Teil der Geschichte unserer Städte. Damit ist unsere Städtepartnerschaft ein wesentlicher Garant für eine friedliche Zukunft«, mit diesen Worten begrüßte Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher Vivian Achwal, die Bürgermeisterin von Winchester, und ihren Ehemann Subhakar, die zurzeit Gießen besuchen. Er versprach, möglichst bald diesen Freundschaftsbesuch zu erwidern.

Auf nach »Bollywood«

Beide Städte sind seit 60 Jahren städtepartnerschaftlich miteinander verbunden. Dies ist auch der Anlass für den Besuch der Bürgermeisterin, die diese Freundschaft ausdrücklich unterstützt und fördern möchte. Es war ihr ein besonders Anliegen, in ihrer Amtszeit in die Stadt an der Lahn zu reisen. »In Großbritannien ist das Amt der Bürgermeisterin ein rein repräsentatives Amt und dauert jeweils nur ein Jahr. Ihre endet am 18. Mai«, erläuterte Lawrence de Donges Amiss-Amiss, Präsident der Deutsch-Englischen Gesellschaft Gießen (DEG), die als Verein die Beziehungen mit Winchester lebendig gestaltet. Daher ist der Besuch der Bürgermeisterin auch der Auftakt für einige Feierlichkeiten anlässlich des 60-jährigen Bestehens der DEG, die ebenfalls in diesem Zuge gegründet wurde. »Auch wenn es in der Pandemie nicht einfach war, so haben wir doch weiterhin einen regen Austausch gehabt und bereits für die Zeit danach einiges geplant. So habe ich mich sehr über die Einladung zum Charity Ball der Bürgermeisterin gefreut, der am 23. April veranstaltet wird. Dieses Event ist immer das Highlight des »Mayoral year« und steht dieses Jahr unter dem Motto »Bollywood«. Ich freue mich sehr, in so kurzer Zeit einen Gegenbesuch in unserer Partnerstadt machen zu können«, betont Lawrence de Donges Amiss-Amiss. Zudem sei die nächste Reise mit Mitgliedern und Freunden der DEG bereits in Planung und werde durchgeführt, sobald es die Situation erlaube. Er ergänzte, dass diese Reise einige Highlights be- inhalten werde, die ein »normaler Tourist« nicht erleben könne.

Beide Städte haben diese Beziehung zueinander immer bewusst gelebt - egal, wie die politische Großwetterlage auch war. Trotz Kaltem Krieg, Brexit und Corona - der Austausch wurde und wird auf den unterschiedlichsten Ebenen gepflegt. Ob Polizei, Feuerwehr, Freimaurerloge, Kantoreien, Schüleraustausch, Gesangs- oder Sportvereine: Die Liste der gegenseitigen Begegnungen ist lang, auch wenn die gegenseitigen Kontakte in den vergangenen Jahren Pandemie-bedingt zurückgefahren werden mussten.

Auf diesen Aspekt ging auch Achwal, Mayor von Winchester, in ihrem Grußwort anlässlich des Empfangs ein. So unterstrich sie, dass sie die Freundschaft zwischen beiden Städte neu beleben möchte. Sie selbst habe in ihrer Jugend einen Austausch nach Frankreich mitgemacht, von daher wisse sie wie wichtig direkte Begegnungen seien. »So etwas kann man nicht in Büchern lesen oder im Internet finden, das muss man erleben«, sagte sie. Die Idee dieser Städtepartnerschaft reicht bereits in das Jahr 1960 zurück. Der Bürgermeister von Versailles schlug das Städtedreieck Versailles - Winchester - Gießen vor. Bewusst vorangetrieben und unterstützt wurden diese Bemühungen von dem damaligen Oberbürgermeister Albert Osswald.

Einst ein Städtedreieck

Der Dreierbund wurde am 15. September 1962 durch die gleichlautenden Veröffentlichungen der jeweiligen Städte besiegelt. Eine Urkunde oder eine Feierstunde hingegen gab es nicht. Das Fehlen wurde erst Jahre später bemerkt und von dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Bernd Schneider 1976 nachgeholt. Vor zehn Jahren wurde die Freundschaft durch eine weitere Urkunde erneuert.

Die Partnerschaft zu Versailles existiert schon seit einigen Jahren nicht mehr. Umso aktiver werde an den Beziehungen zwischen den verbliebenen Städten gearbeitet, dass versicherte Dezernentin Astrid Eibelshäuser, zu deren Ressort auch die Städtepartnerschaften zählen.

Auf dem Programm der Bürgermeisterin stehen noch der Besuch des Wochenmarkts, die Erkundung des Botanischen Gartens sowie Ausflüge in die Umgebung Gießens. Zudem sind sie und ihr Ehemann Ehrengäste des Empfangs der DEG anlässlich des 60. Bestehens des Vereins am Sonntagvormittag in der Jüdischen Gemeinde. (Weiterer Bericht folgt)

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»The Guildhall«: Das ehemalige Rathaus von Winchester wird heute für repräsentative Zwecke und für öffentliche Konzerte genutzt. © Czernek
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Zwischen Winchester und Gießen besteht ein reger Austausch, wie hier der Besuch des Chores und des Orchesters der Liebigschule vor einigen Jahren zeigt. © Czernek

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