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Gebäude vorübergehend stilllegen

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Mehrkosten in Millionenhöhe erwarten JLU... Foto: Docter © Docter

An der JLU Gießen gibt es vom 24. Dezember bis zum 8. Januar keinen Dienst, mit Ausnahmen. Auch die THM rechnet aufgrund des Erdgasmangels mit Mehrkosten in Millionenhöhe.

Gießen . Beide Gießener Hochschulen, Justus-Liebig-Universität (JLU) und Technische Hochschule Mittelhessen (THM), rechnen als Folge des Erdgasmangels mit Energiemehrkosten, die jeweils im mittleren bis höheren einstelligen Millionenbereich liegen. Daher schaut man sich derzeit um, wo in den kommenden Monaten, und speziell in der kalten Jahreszeit, überall Energie eingespart werden könnte. Das JLU-Präsidium hat bereits beschlossen, dass in der Zeit zwischen dem 24. und 31. Dezember sowie vom 1. bis 8. Januar des kommenden Jahres »aus Energiespargründen allgemein kein Dienst zu leisten ist«, wie einer internen Rundmail zu entnehmen ist. Betroffen von dieser Regelung sind in diesem Zeitraum insgesamt neun Arbeitstage.

Vorarbeiten möglich

Für manchen könnte das so klingen, als ob hier den Beschäftigten nahezu ein halber Monat fürs Nichtstun bezahlt wird. Doch dem ist nicht so, wie die JLU auf Nachfrage des Anzeigers klarstellt. »Die Beschäftigten müssen diese Zeiten vorarbeiten. Alternativ ist es auch möglich, Überstunden abzubauen oder Urlaub zu nehmen«, heißt es in der von Sprecherin Lisa Dittrich übermittelten Antwort. Die Universität hoffe, »mit dieser Maßnahme ganze Gebäude vorübergehend stilllegen zu können, um im Winter Energie einsparen zu können«. Dies gelte hochschulweit, außer in jenen Bereichen, in denen es aus zwingenden Gründen nicht möglich sei, beispielsweise in den Veterinärkliniken oder wo sonst noch Tiere oder Pflanzen zu versorgen sind. Wie viel dadurch letztendlich an Energie und Euro insgesamt eingespart werden kann, »wird auch von den dann geltenden Energiepreisen abhängen, weshalb genaue Prognosen derzeit schwierig sind«, lässt man wissen.

Die JLU will in den kommenden Wochen prüfen, »welche weitergehenden Maßnahmen wir treffen können, um der Energiekrise zu begegnen. Als sehr große Einrichtung in Gießen leisten wir damit auch einen Beitrag dazu, die Auswirkungen der erwarteten Gasknappheit abzumildern«, heißt es. Spätestens Anfang August soll zudem ein Krisenstab seine Arbeit aufnehmen, hatte Unipräsident Joybrato Mukherjee bereits in der letztwöchigen Senatssitzung verkündet (wir berichteten).

An der THM wurde derweil eine Expertenkommission ins Leben gerufen, die sich »intensiv mit Szenarien des Verbrauchs und der Einsparung von Energie vor dem Hintergrund der Ressourcenknappheit und deutlich höherer Kosten beschäftigt«, teilt Hochschulsprecher Erhard Jakobs auf Anfrage mit. Hier bestehe auch ein Austausch mit der Landesregierung. »Der kommende Winter wird uns vor große Aufgaben stellen. Dabei bilden die wirtschaftlichen Folgen in Form hoher Energiekosten für die THM eine besondere Herausforderung«, betont Präsident Matthias Willems. Aktuell sei man dabei, eine Notfallplanung für verschiedene Szenarien zu erarbeiten. »Ungeachtet der möglicherweise eintretenden Situationen wird die THM aber schon jetzt, wie bereits im vergangenen Winter begonnen, massiv Einsparungen beim Energieverbrauch initiieren.« In diesem Zusammenhang plant die Hochschule »eine groß angelegte Kampagne zum Energiesparen, die auf die Kompetenzen und die Mitarbeit aller Hochschulmitglieder setzt«, so Willems.

Beim hessischen Wissenschaftsministerium befasst man sich ebenfalls mit dem Thema. Und »steht mit den Hochschulen im Dialog sowohl zu vielfältigen Möglichkeiten der Energieeinsparung als auch zu Notfallplänen und Szenarien für den Fall von Ausfällen in der Energieversorgung«, teilt Ministeriumssprecher Volker Schmidt auf Nachfrage mit, ohne allerdings konkreter zu werden.

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....wie auch Technische Hochschule. Foto: Kozachynska © Kozachynska

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