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Gegen Hunger und Einsamkeit

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Mit der Aktion »Wir helfen direkt« unterstützt der Arbeiter-Samariterbund Hessen bedürftige ältere Menschen nun auch in Gießen. © ASB

Der Arbeiter-Samariter-Bund hat im vergangenen Jahr das Projekt »Wir helfen direkt« in Offenbach gestartet. Jetzt gibt es den Menü-Service für bedürftige Senioren auch in Gießen.

Gießen. Altersarmut stellt auch in Deutschland ein wachsendes Problem dar. Einer aktuellen Statistik zufolge sind bereits heute rund 20 Prozent der Seniorinnen und Senioren davon betroffen. Tendenz steigend. Hauptgrund sind vor allem Niedriglöhne, die dazu führen, dass Geringverdiener kaum in ihre gesetzliche, geschweige denn in ihre private Altersvorsorge einzahlen. Hinzu kommt, dass zahlreiche Arbeitnehmer aufgrund von physischen oder psychischen Erkrankungen früher als geplant ihre Arbeit aufgeben müssen.

Viele Wohlfahrtsverbände bieten armutsgefährdeten Menschen neben Beratung auch effektive Unterstützung an. So hat der Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Hessen im vergangenen Jahr das Projekt »Wir helfen direkt« in Offenbach gestartet. Die Aktion kam so gut an, dass sie nun im April dieses Jahres auf Gießen ausgeweitet wurde. Auch hier ist die Idee auf fruchtbaren Boden gefallen. Unbürokratisch, direkt, schnell und diskret ist nach Auskunft von Sandra Kömpel, Teamleiterin Menü-Service, die vom ASB angebotene Hilfe. »Im Rahmen unseres Menue-Services - eine Art Essen auf Rädern - liefern wir bedürftigen Menschen zur Mittagszeit eine warme Mahlzeit nach Hause«, erklärt sie. Diese Leistung, die aktuell von 15 Personen angenommen wird, erfolgt kostenlos an sieben Tagen in der Woche. Drei Plätze seien noch zu vergeben.

»Über die Werkstattkirche, den Nordstadtverein und die Parität konnten wir schnell Kontakte zu hilfsbedürftigen Personen herstellen«, berichtet sie. Durch Vorgespräche wisse man auch genau, ob eine Person eine Unverträglichkeit habe und gewisse Lebensmittel nicht zu sich nehmen dürfe. Das zunächst bis 31. Dezember 2022 befristete Projekt finanziere sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

»Das ist ein ganz tolles Angebot«, freut sich Bärbel Weigand, einzige hauptamtliche Mitarbeiterin und Motivatorin der Gießener Werkstattkirche, deren Ziel es ist, Menschen miteinander in Verbindung zu bringen. »Wir sind glücklich, dass wir den Kontakt zwischen dem ASB und Menschen herstellen konnten, die oftmals isoliert leben und kaum Hilfe in Anspruch nehmen.« Gerade in der Nordstadt würde es viele Ein-Personen-Haushalte geben, die Hilfe dringend nötig hätten.

Durch Projekte wie den Reparaturtreff oder Barber Angels Brotherhood - ehrenamtliche Friseure, die Menschen die Haare schneiden, die sich den Friseurbesuch ansonsten nicht leisten könnten - kennen die Mitarbeiter der Werkstattkirche viele einsame, bedürftige Menschen, die wenig oder keine sozialen Kontakte pflegen.

»Durch Mund-zu-Mund-Propaganda werden Menschen auf uns aufmerksam«, betont Bärbel Weigand. Und ergänzt: »Wir sind keine Seelsorger im eigentlichen Sinne, nehmen aber christliche Nächstenliebe sehr ernst, in dem wir praktische Hilfe im Alltag leisten.« Vor Corona habe man einmal pro Woche einen Mittagstisch angeboten. Das Projekt »Wir helfen direkt« sei eine sinnvolle Ergänzung ihrer Arbeit.

ASB Hessen, IBAN: DE25 5502 0500 2662 088100; Stichwort »Wir helfen direkt«.

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