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Geld für Rückkauf des Uni-Klinikums

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Von: Gesa Coordes

Marburg (gc). Die Universitätsstadt Marburg bietet einen millionenschweren Anstoß für den Rückkauf des Universitätsklinikums Marburg an: Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies schlägt vor, einen Teil des Geldes, das die Universitätsstadt zusätzlich eingenommen hat, für Rückkauf anzulegen. Dabei geht er von einer Größenordnung zwischen 75 und 100 Millionen Euro aus dem Stadtsäckel für ein Universitätsklinikum in Landeseigentum aus.

Zugleich fordert er die Landesregierung auf, »endlich in ernsthafte Gespräche über einen Rückkauf des Universitätsklinikums einzutreten«: »Wir hoffen, dazu den entscheidenden Anstoß zu geben«, sagt Spies, der selbst Arzt ist.

Nach der Rechnung der Stadt müssten weitere 110 Millionen Euro aus dem Kaufpreis noch beim Land vorhanden sein. Zudem zahle Marburg voraussichtlich mehr als 300 Millionen Euro an Umlagen an das Land: »Allein in 2023 werden wir fast 100 Millionen Euro an Sonderabgaben auf die hohen Erträge an das Land überweisen. Geld ist also auch in Wiesbaden zusätzlich vorhanden«, so Spies. Insgesamt seien dies knapp 500 Millionen Euro, was zugleich eine realistische Größenordnung für den Kaufpreis sei. Hier könne das Marburger Geld jetzt den Ausschlag geben: »Mangelnde Finanzen dürften kein Argument mehr gegen den Rückkauf sein«, sagt der Oberbürgermeister. Marburg war bereits in der Vergangenheit durch den Pharmastandort der ehemaligen Behringwerke eine wohlhabende Stadt. Seit Anfang 2021 produziert Biontech seinen Corona-Impfstoff in der Universitätsstadt, was Marburg noch reicher machte. Da die zusätzlichen Steuereinnahmen aus dem Gesundheitswesen stammen, hält Spies es für richtig, »damit auch ein drängendes Problem des Gesundheitswesens zu lösen«.

Derzeit seien die Belastungen für viele Beteiligte am Universitätsklinikum zunehmend unerträglich: »Das Vertrauen in erfolgreiche Lösungen unter den aktuellen Verhältnissen scheint mir auf dem Nullpunkt angekommen zu sein«, so Spies. Zugleich sei das mittelhessische Uni-Klinikum keine lokale Angelegenheit, »sondern Rettungsanker für schwerstkranke Patientinnen und Patienten aus mehr als der Hälfte Hessens«.

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg wurde 2005 und 2006 fusioniert und privatisiert. Es ist bis heute das einzige Uni-Klinikum Deutschlands, das privatisiert wurde. Seit der bisherige Krankenhausbetreiber Rhön von Asklepios übernommen wurde, streiten sich Land und Asklepios um die finanzielle Zukunft.

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