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Gelungenes Krippenspiel

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Vor leeeren Bänken, aber voller Inbrunst spielen die Montessori-Kinder die Weihnachtsgeschichte. © Schäfer

Gießen. Ein mächtiger Weihnachtsbaum ist im linken Bereich des Altarraumes in der Petruskirche platziert. Daneben drei große Leinwände, auf denen das Land um Bethlehem mit einer Schafherde, einem Wirtshaus und einem Stall mit Tieren zu sehen sind. Vor dem Stall ist eine Krippe drapiert; vor der Landschaft eine Lagerstelle der Hirten.

Hier vor dieser Kulisse im Altarraum werden gleich fast zwei Dutzend der insgesamt 80 Kinder des Integrativen Montessori-Kinderhauses und Familienzentrums St. Martin im Alter von vier bis sechs Jahren ein Krippenspiel aufführen.

Ein Krippenspiel vor leeren Rängen, da eine solche Weihnachtsfeier in Zeiten von Corona gemeinsam mit den Familien der Kinder in einem großen Stil nicht möglich ist.

Schon wie im letzten Jahr wird es gefilmt und den Familien per Streaming zugänglich gemacht. Verantwortlich für Bildführung und Technik zeichnet Christian Dietz, Vater eines der Kinder. Das kindgerecht gestaltete Bühnenbild hat die Petrusgemeinde beigesteuert.

Mechtild von Niebelschütz, Leiterin der Einrichtung unter dem Dach des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), berichtet vor der Aufführung, dass erst zwei Tage zuvor mit den Proben habe begonnen werden können. Der Aufnahmetermin sei unvorhergesehen um eine Woche vorverlegt worden. »Die in das Krippenspiel einbezogenen 22 Kinder haben sich im Vorfeld mit den einzelnen Rollen der Weihnachtsgeschichte und deren Bedeutung beschäftigt. Die Kinder sind mit ihren individuellen Kompetenzen eingebunden und haben Freude an der Umsetzung der Weihnachtsgeschichte. Und manche sind sehr mutig geworden: sie singen selbstbewusst solo ins Mikrofon.«

Los geht es damit, dass Mechtild von Niebelschütz die Weihnachtsgeschichte zu erzählen beginnt. Eine Schar Engel ist auf der Bühne ist dabei, mit Gesang auf das bevorstehende Ereignis der Geburt des Gottessohnes hinzuweisen. Zu den Klängen von Carl Orffs Weihnachtsgeschichte kommen Josef und Maria im Heiligen Land zum Ort Bethlehem gewandert, um eine Unterkunft für die bevorstehende Nacht zu suchen. Doch das Wirtshaus ist voll. Auch von den anderen Häusern werden sie abgewiesen, da in diesen Tagen der Volkszählung alle belegt sind. So bleibt ihnen nur die Unterkunft in einer ärmlichen Hütte.

Nach der Geburt Jesus Christus in dieser Nacht erscheinen die Hirten, die unweit lagerten. Auch die heiligen drei Könige aus dem Morgenland - Caspar, Melchior und Balthasar - haben sich zu den Klängen der Filmmusik aus »Lawrence von Arabien« auf den Weg begeben, machen dem Jesuskind ihre Aufwartung und überreichen als Geschenke Myrrhe, Weihrauch sowie Gold.

Eine halbe Stunde lang dauert das Stück, Mechtild von Niebelschütz führt Regie. Dass am Ende der gelungenen Vorführung, nachdem der imaginäre Vorhang gefallen ist, der eigentlich verdiente donnernde Applaus beim Verbeugen aller 22 Kinder ausbleibt, ist allein dem Corona-bedingt fehlenden Publikum geschuldet.

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