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Gemeinsam geht es einfach besser

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Spielfreudiges Ensemble rund um Inga Rode (Conni, Mitte), Sabine Steinegger (Julia), Yasemine Azgna (Kater Mau), Simon Wyss (Jürgen Klawitter) und Alexandra Donardi (Nette). © Heiner Schultz

»Conni - das Zirkus-Musical« für Zuschauer ab drei Jahren überzeugte in der vollbesetzten Kongresshalle mit viel Spielfreude und einer sympathischen Hazuptdarstellerin.

Gießen. Conni kennen alle Kinder, schließlich hat die Kinder- und Jugendbuch-Reihe um die aktive Titelheldin eine jahrzehntelange erfolgreiche Karriere hinter sich, inklusive Fortschreibung ins jugendliche Alter und dreifacher Verfilmung, einmal sogar animiert. Eine Erfolgsgeschichte also. Kein Wunder, dass die kleinen Besucher und ihre Betreuer in Scharen kamen, um »Conni - das Zirkus-Musical« anzusehen. Die Kongresshalle war voll, als das Cocomico-Theaters aus Hürth sein Gastspiel in Gießen gab. Die routinierte und stimmungsvolle Aufführung machte den kleinen Zuschauern großen Spaß. Und vertrieb den großen Begleitern passabel die Zeit.

Seit 30 Jahren ein Dauerbrenner

Die Geschichte ist schnell erzählt: Conni lebt mit ihren Eltern friedlich zusammen, dabei sind auch noch Teddy und Kater Mau, hier in menschlichem Format. In der Kita soll eine große Zirkus-Aufführung steigen, vorherige Übernachtung inbegriffen, und Connis Freundin Julia ist auch dabei - eine große Sache für die Altersgruppe ab drei Jahren. Bis zur Aufführung geht allerdings so einiges schief.

Aber Conni erhält von allen Menschen Hilfe, das ist auch ein Hauptaspekt der Story: man steht zusammen, und dann bewältigt man die Probleme. Eine streng sozialpädagogische Maxime, wenngleich sie hier durchaus liebenswürdig rübergebracht wird. Zusammen unternehmen die Darsteller auch alle möglichen Dinge mit den Zuschauern, von einfachen Antworten auf Fragen mit »Jaaa!« bis zu kleinen Mitsprechmomenten oder mal Aufstehen und mit den Händen wedeln. Die Botschaft lautet, »Was Conni kann, das könnt ihr auch!«, eine geschickte und freundliche Ermutigungsgeste, die mit einfachen Mitteln auch glaubhaft umgesetzt wird. Die Idee ist sympathisch, zweifellos.

Umgesetzt wird das ganz professionell (Regie: Tiffany Gödde, Musik: Andy Muhlack, Choreographie: Ivan Lytvynenko). Das Ensemble mit Inga Rode (Conni), Sabine Steinegger (Julia), Alexandra Donardi (Annette Klawitter), Simon Wyss (Jürgen Klawitter) und Yasemine Azgna (Kater Mau) zeigt sich hochmotiviert und spielfreudig. Die Kostüme sind einfach, aber wirkungsvoll gestaltet, die Tierfiguren kuschelig und liebevoll gestaltet.

Der Haupttreffer ist Inga Rode, deren Conni ein fast schon beunruhigendes Ausbund an guter Laune ist. Sie hüpft über die Bühne, gestaltet bei den Liedern ihre Choreografien mit Schmackes, vor allem aber bringt sie eine Riesenladung Sympathie rüber, man muss sie einfach nett finden. Auch ihr Gesang ist untadelig. Die Chorpartien und Choreografien des Ensembles sind ebenfalls sicher und professionell, und das Playback wird nicht mit Gewalt in den Saal gedonnert.

Obgleich die Texte naturgemäß einfach gestrickt sind, kommen immer wieder gelungene Formulierungen vor (»Hereinspaziert, hereinspaziert«) oder sozial förderliche (»Jeder wie er kann«), das ist zuweilen überraschend humorvoll gemacht. Die kleinen Zuschauer werden dabei inhaltlich nicht billig abgespeist. Eine merkwürdige Figur tritt mit Zirkusdirektor Heiner auf, und sogar Connis Eltern müssen bei der Aufführung aushelfen. Die zielsicheren Texte scheinen die kleinen Zuschauer bei der Stange zu halten, zahlreiche witzige Verse würzen das Libretto.

Insgesamt ist es eine schlichte, aber wirksame und handwerklich tadellos gemachte Produktion der Geschichte, die von den versierten Darstellern mit Verve rübergebracht wird: ein echter Spaß für die kleinen Zuschauer, man konnte es ihnen anmerken.

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