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Generationenwechsel eingeleitet

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Der neue Vorsitzende und seine Stellvertreter (v.l.): Gerald Dörr, Annette Bergen-Krause, Felix Döring, Nina Heidt-Sommer, Melanie Haubrich. © Leyendecker

Mit dem Parteitag der Genossen in der Kongresshalle war auch die offizielle Übergabe des alten Vorsitzenden Frank-Tilo Becher an seinen Nachfolger Felix Döring verbunden.

Gießen (fley). Auf den amtierenden Oberbürgermeister folgt der Bundestagsabgeordnete. »Liebe Genossinnen, liebe Genossen: Wir sind zurück.« Mit diesen Worten eröffnete der da noch amtierende Unterbezirksvorsitzende Frank-Tilo den Parteitag des SPD-Unterbezirks Gießen in der Kongresshalle am Samstag. »Wir haben uns auch vor Ort zurückgemeldet und haben nun den Gestaltungsauftrag für Stadt und Land. Einmal mit meiner Person und einmal mit Anita [Schneider] als Landrätin«, so Becher. Die Partei könne stolz auf sich sein, bekräftigt der Oberbürgermeister.

»Wir haben Wahlkampf mit allen Kräften geführt. Digital, hybrid, analog, alles war dabei. Wir haben es in herausragender Weise geschafft. Je intensiver wir uns verzahnen, desto stärker sind wir«, bekräftigte der Oberbürgermeister. Dann ging Bechers Blick in die erste Reihe, in Richtung des Bundestagsabgeordneten Felix Döring. »Ich bin glücklich, was meine Nachfolge angeht. Sowohl bei Nina [Heidt-Sommer] im Landtag wie auch bei Felix [Döring]. Ich kann die Rolle des OB und die des Vorsitzenden zeitlich nicht leisten. Ich verabschiede mich heute in der Rolle als UB-Vorsitzender«, betonte Becher seine Entscheidung, den Vorsitz abzugeben Der 59-jährige machte Platz für den einzigen Bewerber, den 30-jährigen Döring.

Amüsante Anekdote

Döring begann seine Vorstellungsrede direkt mit einer Anekdote über seine erste Rede im Bundestag. »Liebe Genossinnen und Genossen. Das war übrigens meine größte Sorge bei meiner ersten Rede im Deutschen Bundestag, dass ich aus Versehen diese Anrede benutze«, sagte Döring, was im Saal für Lacher sorgte. Der 30-jährige dankte zu Beginn seinem Vorgänger zu seiner Leistung und beglückwünschte ihn zu seinem neuen Amt. Becher habe den Parteimitgliedern und den Bürgern gleichermaßen Wertschätzung gegenüber gebracht, eine Eigenschaft, die Becher am Ende für seine Wahl nutzen konnte.

Als sich Döring am 26. März 2021 als Bundestagskandidat vorstellte, »krebste die SPD bei 14 Prozent herum, abgeschlagen auf Platz drei«. Dennoch war für den 30-jährigen klar, dass er sich der Herausforderung stellen würde. »Und ja, wir haben nicht nur keinen Rückenwind, uns peitscht geradezu der Sturm ins Gesicht. Aber wenn in den letzten 150 Jahren immer dann die Segel gestrichen hätten, wenn es mal brenzlich wurde, dann wären wir heute nicht da, wo wir sind«, zitierte Döring aus seiner eigenen Rede aus dem Jahr 2021.

Welches Bild der Bundestagsabgeordnete über seine eigene Rolle in Berlin und seine Rolle im Wahlkreis habe, das skizzierte Döring deutlich. »Ich hole Dinge für den Wahlkreis raus, wo immer es geht, und ich arbeite an meinen Themen und meinen Zuständigkeiten. Aber darüber hinaus habe ich mir vorgenommen, keinen Tag mehr als nötig in Berlin zu verbringen.« Er sehe das bei vielen Kollegen, die eine gewisse Karriere in Berlin anstreben und sich direkt mit den »richtigen« Leuten vernetzen würden. »Ich persönlich finde es schade, wenn die Wahlkreisarbeit darunter leidet, und ich habe mir folgendes vorgenommen: Anstatt mich mit Sprechern der Strömung in der Fraktion zu vernetzen, vernetze ich mich viel lieber mit den Ortsvereinen im Unterbezirk. Anstatt mich mit Lobbyisten zu treffen, treffe ich mich lieber mit unseren Neumitgliedern. Und wenn ich die Wahl habe zwischen einen Empfang im Adlon und der Kirmes im Wahlkreis, dann wähle ich sehr sicher die Kirmes im Wahlkreis.«

Döring möchte die neu gewonnenen Möglichkeiten durch das Bundestagsmandat in den Dienst der Partei stellen, sodass das Direktmandat verteidigt werden kann. »Und dass wir dieses Bundesland nach mehr als 20 Jahren endlich wieder rot machen«. In den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit werde der Unterbezirk eine Kampagne auflegen, die unter dem Titel »Auch nach der Wahl für Sie da« weiterhin den Austausch mit den Bürgern intensivieren soll.

Künftig besteht der Unterbezirksvorstand aus folgenden Personen: Felix Döring (Vorsitzender), Nina Heidt-Sommer, Gerald Dörr, Melanie Haubrich, Annette Bergen-Krause (stellv. Vorsitz), Michael Borke (Kassierer), Johannes Högy (Schriftführer), Johannes Deinzer (Pressesprecher), Emily Härtel, Nabor Keweloh (Referenten für politische Bildung), Anne-Kristin Weigelt, Sabine Scheele-Brenne, Kamyar Mansoori, Sarah Tabea Weber, Gerrit Gissel, Stefanie Kraft, Matthias Kücükkaplan, Sebastian Engel, Eva Janzen, Frank Steibli (Beisitzer).

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