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Geschlechterrollen aufbrechen

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Regierungspräsident Ullrich begrüßte die Teilnehmer persönlich. © RP Gießen

Ob im Steinbruch, im Chemielabor oder im Landtag - Jugendliche konnten beim Girls‹ and Boys’ Day in »untypische« Berufe »schnuppern« - auch im Regierungspräsidium Gießen.

Gießen (red). »Der Girls‹ Day dient dazu, stereotype Geschlechterrollen in Frage zu stellen, die Klischees von ›Männer-‹ beziehungsweise ›Frauenberufen‹ aufzubrechen und die immer noch tief in der Gesellschaft verankerte Vorstellung, es gebe für manche Berufe quasi eine ›Geschlechterbindung‹ zu beenden. Mädchen können alles - man muss sie nur machen lassen«, so die heimische Landtagsabgeordnete Nina Heidt-Sommer. Die Sozialdemokratin freute sich, dass eine Schülerin der Gesamtschule Gießen-Ost beim Girls’Day der SPD-Landtagsfraktion dabei war.

Heidt-Sommer betont, dass Mädchen und junge Frauen das ganze Spektrum an Berufen kennen sollten, bevor sie sich für eine bestimmte Ausbildung oder einen bestimmten Studiengang entscheiden. Und es sollte ihnen Mut gemacht werden, einen sogenannten ›Männerberuf‹ zu ergreifen, wenn dieser ihren Interessen entspricht. Dasselbe gelte selbstverständlich auch für Jungen und junge Männer: Längst sei wissenschaftlich belegt, dass diejenigen Betriebe und Unternehmen am erfolgreichsten arbeiten, die in allen Bereichen mit geschlechtergemischten Teams arbeiten.

»Bei uns gibt es sehr viele Berufe zu entdecken, das verspreche ich euch«, begrüßte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich die Gruppe, die am Girls’ bzw. Boys’ Day einen Tag am Hauptsitz der Behörde am Landgraf-Philipp-Platz verbrachte. Das RP Gießen sei als Verwaltung mit seinen knapp 1400 Beschäftigten viel spannender, als sich das vielleicht anhöre. Und so erlebten die 20 Jugendlichen den Alltag einer Fachinformatikerin Systemintegration und eines Verwaltungsfachangestellten, sind in einem Steinbruch als Verfahrensmechanikerin mit dabei oder besuchen auch ein Unternehmen der Abfallwirtschaft und begleiten einen Diplom-Ingenieur aus diesem Fachbereich. Nicht zuletzt ist das RP Gießen hessenweit auch für die Erstaufnahme von Flüchtlingen zuständig. Über 12 000 Menschen kamen seit dem 24. Februar auf ihrer Flucht vor dem Ukraine-Krieg am Standort an der Rödgener Straße in Gießen an. Eine kleine Gruppe lernte die vielen Arbeitsbereiche dort kennen.

Auch das Hessische Landeslabor öffnete für Mädchen und Jungen am 28. April seine Türen. Acht Jugendliche waren in der Abteilung Veterinärmedizin in Gießen und erfuhren Interessantes über die staatliche Tierseuchenbekämpfung. Sie bestaunten - in Petrischalen gut verpackt - verschiedene Organteile und identifizierten sie mit Hilfe von Hinweisen als Lunge, Herz, Milz, Niere, Leber oder Darm. Weiterhin lernten sie Färbemethoden zum Nachweis von Bakterien kennen. und erhielten einen umfassenden Einblick in den Berufsalltag eines Chemielaboranten.

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An Mikroskop und Petrischale im Labor. © LHL

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