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Gesünder ernähren und leben

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Abwehrkräfte stärken: Ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern, sagt ein altes Sprichwort. Symbolfoto: dpa/Annette Riedl © Red

Ein Wissenschaftler-Team der JLU Gießen ist an einem europaweiten Forschungsprojekt zu Einflussfaktoren auf das Essverhalten beteiligt.

Gießen (red). Auf dem Weg zu einer besseren Ernährung: Ein Wissenschaftler--Team der Justus-Liebig-Universität (JLU) erforscht als Teil des europaweiten Konsortiums »Plan’Eat« die Einflussfaktoren auf das Essverhalten. Ziele der damit verbundenen EU-Millionenförderung sind mehr Gesundheit und Nachhaltigkeit.

Warum essen wir, wie wir essen? Warum ernähren sich die einen gesund und nachhaltig und die anderen nicht? Das Institut für Verbraucherforschung, Kommunikation und Ernährungssoziologie der JLU erforscht in den kommenden Jahren, wie Einflussfaktoren auf das Ernährungsverhalten besser verstanden werden können. Das Team von Prof. Wencke Gwozdz leitet ein Teilprojekt des Horizon-Verbundprojekts »Plan’Eat«, mit dem Lösungsansätze gegen weltweit verbreitete ungesunde und nicht nachhaltige Ernährungsmuster entwickelt werden sollen. Diese sind mit steigenden Kosten für Gesundheit, Gesellschaft und Umwelt verbunden.

Verhaltensänderung

Das Horizon-Konsortium unter der Leitung des National Council for Agricultural Research and Economic Analysis (CREA, Italien) zielt darauf ab, ein tiefes Verständnis der ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen von Ernährungsmustern zu erlangen sowie die Faktoren für eine Änderung des Ernährungsverhaltens zu erkennen. Die ganzheitliche Perspektive soll eine breite Palette von Instrumenten hervorbringen, um Veränderungen im gesamten Ernährungssystem zu fördern - von politischen Interventionen auf der Makroebene über Strategien für Akteure der Lebensmittelwertschöpfungskette bis hin zur Veränderung des individuellen Verbraucherverhaltens.

Die JLU spielt eine wichtige Rolle innerhalb von »Plan’Eat« - für ihr Teilprojekt »Verständnis von Einflussfaktoren auf das Ernährungsverhalten« wird sie mit knapp 700 000 Euro gefördert. Unter der Leitung von Gwozdz wird sich das JLU-Team auf drei Hauptforschungsbereiche konzentrieren: Neben dem Verständnis von Ernährungsmustern mit hohen ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen geht es um die Analyse des Potenzials und der Hindernisse für eine Änderung des Verbraucherverhaltens sowie abschließend um die Entwicklung und Bewertung von Interventionspaketen zur Förderung von Verhaltensänderungen in verschiedenen Zielgruppen. Das Team unterstützt zudem andere Projektpartner, etwa bei der Datenerhebung, und ist Teil des Ausschusses zur Projektlenkung.

Zwölf EU-Staaten

»Plan’Eat« ist ein vom EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Farm2Fork finanziertes Forschungsprojekt mit dem Hauptziel, den Übergang zu einem gesunden und nachhaltigen Ernährungsverhalten zu fördern und die dafür erforderlichen Veränderungen in unseren Ernährungssystemen zu unterstützen. Das Projekt mit einer Laufzeit von 48 Monaten, bis 31. August 2026, und einem Gesamtbudget von zwölf Millionen Euro bringt 24 Partner aus zwölf EU-Mitgliedstaaten aus verschiedenen Universitäten, renommierten Forschungszentren und gemeinnützigen Organisationen zusammen. Das Konsortium vereint ein breites Spektrum an Expertise aus Sozialwissenschaften, Politik, Wirtschaft bis hin zu Agrar-, Lebensmittel-, Ernährungs- und Gesundheitswissenschaften.

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