Gießen: Bestandsaufnahme bei "Hussel" nach Insolvenzantrag

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GIESSEN - (bl). Bekannt ist "Hussel" im Seltersweg 15 für Süßwaren: feine Schokolade, Pralinen, Trüffel, Gebäck oder Fruchtgummis. Aber droht jetzt Saures? Denn die Deutsche Confiserie Holding GmbH (DHC-Gruppe), zu der auch die seit 2003 in der Gießener Fußgängerzone ansässige Filiale gehört, hat am Montag die vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Grund sind vor allem "starke Umsatzeinbrüche im wichtigen Saisongeschäft" infolge der Corona-Einschränkungen - gemeint ist damit also gerade die Zeit um Ostern und Weihnachten. "Für den Standort Gießen ändert sich aktuell nichts", versichert allerdings Susanne Bodmann, Geschäftsbereichsleitung Marketing der Unternehmensgruppe, auf Anfrage des Anzeigers. "Wir haben geöffnet und sind weiterhin für unsere Kunden da, die wie gewohnt bei uns einkaufen können. Zudem bieten wir einen Lieferservice an." Tatsächlich musste "Hussel" seit dem zweiten Lockdown nicht schließen. Mangels Frequenz in den Einkaufsstraßen sei der Umsatz natürlich trotzdem ausgeblieben. Und da für den Lebensmittelhandel die Schließungsanordnung nicht gilt, konnten auch keine Anträge auf Staatshilfen gestellt werden.

Die fünf in Gießen beschäftigten Mitarbeiter erhalten nun wie ihre Kollegen - bundesweit gibt es rund 300 Filialen, die unter den Marken "Hussel", "Eilles" und "arko" von DCH betrieben werden - das sogenannte Insolvenzgeld. "Sie haben damit während des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung keine finanziellen Einbußen gegenüber ihrem klassischen Gehalt", so Bodmann. Wie die weiteren Perspektiven aussehen, müssten die kommenden Wochen und Monate zeigen. "Jetzt geht es um eine Bestandsaufnahme für das ganze Unternehmen, welcher Standort inwiefern mittel- und langfristig erfolgreich bestehen bleibt. Wir setzen natürlich alles daran, dass es maximal viele sein werden." Ein Insolvenzplan soll im Frühsommer eingereicht werden. Vieles hänge dabei vom Verlauf der Pandemie ab.

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