Gießen: Eine Million Euro für Coronaschutz in Schulen und Kitas

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GIESSEN - (bl). Fenster auf und alle 20 Minuten durchlüften - das hat sich zuletzt vielerorts als natürliches Mittel der Wahl erwiesen. Und wohl mitunter dazu geführt, häufiger als üblich selbst in Büros und Klassenzimmern die dicke Jacke anzuziehen und einen Wollschal um den Hals zu wickeln. Nun hat das Land Hessen den öffentlichen Schul- und Jugendhilfeträgern Geld überwiesen, damit zumindest in Schulen und Kitas auch andere Corona-Schutzmaßnahmen bezahlt werden können.

Die Kommunen sollen bei ihren Aufgaben und ihren eigenen Anstrengungen unterstützt werden, um "diese besonders sensiblen Einrichtungen Corona-fest zu machen", erklärte Finanzminister Michael Boddenberg jüngst in einer Mitteilung seines Hauses. Und um den Aufwand so unbürokratisch wie möglich zu gestalten, ist dafür kein spezielles Antragsverfahren erforderlich. Für die Stadt Gießen bedeutet das: Es gibt 1 063 918 Euro, über deren Verteilung die Kommune selbst entscheiden kann. Der Landkreis Gießen erhält 2 162 244 Euro, landesweit liegt der Zuschuss bei 75 Millionen Euro. Die Beträge orientieren sich an den Einwohnerzahlen. Gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden ist eine Liste darüber erstellt worden, was sich im Kampf gegen das Coronavirus problemlos mit dem Geld finanzieren lasse. Die Hilfe könne aber auch für schon getätigte Anschaffungen genutzt werden.

Und was genau ist jetzt für Gießen geplant? "Wir werden unmittelbar nach Weihnachten hausintern die Verwendung des Budgets beraten. Insbesondere sollen Mittel für bauliche Maßnahmen zum Einsatz kommen", so Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser auf Anfrage des Anzeigers. Darüber hinaus sei beabsichtigt, in mobile Luftfilter für Unterrichtsräume zu investieren, "die nicht oder nur schlecht gelüftet werden können". Das treffe aber lediglich auf etwa fünf Prozent der Räume zu. Luftfilter sollen die Belastung mit virushaltigen Partikeln senken und so insgesamt das Infektionsrisiko reduzieren. Das Umweltbundesamt zeigt sich allerdings skeptisch und empfiehlt weiterhin, auch in der kalten Jahreszeit die Fensterlüftung zu priorisieren.

Für die ersten 30 Geräte sei das Vergabeverfahren bereits begonnen worden, teilt Eibelshäuser mit. Und: "Die Mittel werden bedarfsgerecht eingesetzt, die jeweiligen Liegenschaften sind einzeln betrachtet und die notwendigen Maßnahmen identifiziert worden." Nicht vorgesehen sei bislang, ergänzend dazu noch auf städtische Gelder zurückzugreifen. Zugleich weist die Stadträtin darauf hin, dass "im Bereich der Verbrauchsgüter mit kommunalen Mitteln regelmäßig und in diesem Jahr verstärkt" Hygienematerialien für Schulen und Kindertagesstätten gekauft würden - "dies wird auch im nächsten Jahr so sein".

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