"Gießen gemeinsam gestalten" spricht sich für Frank-Tilo Becher aus

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GIESSEN - (olz). Klare Kante: Die Liste "Gießen gemeinsam gestalten (Gigg)" und die Fraktionsgemeinschaft Gigg+Volt sprechen sich für Frank-Tilo Becher von der SPD als künftigen Oberbürgermeister aus. Neben persönlichen Gesprächen mit dem Sozialdemokraten sei das Verhalten von Alexander Wright, OB-Kandidat der Grünen, bei der Wahl des ehrenamtlichen Magistrats ausschlaggebend gewesen.

Die Gruppen machen Wright mitverantwortlich für die Verschiebung der Wahl.

Bereits in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am vergangenen Montag hatte Fraktionsvorsitzender Lutz Hiestermann Wright und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz in diesem Zusammenhang "Angriffe auf die demokratische Verfasstheit der Stadt" vorgeworfen. Der OB-Kandidat und Fraktionsvorsitzende der Grünen wies dies zurück: "Ich stehe keinen demokratischen Prozessen im Weg."

In einer Mitteilung hebt Hiestermann zudem hervor, dass die Gruppen, die Entscheidung für Becher nach einem längeren Abwägungsprozess getroffen hätten. "Die OB-Wahl ist keine Parteien-, sondern eine Persönlichkeitswahl, und da ist Herr Becher nicht zuletzt aufgrund seiner spezifischen Erfahrungen in der Moderation und Gestaltung von Veränderungsprozessen und seiner zwischenmenschlichen Fähigkeiten mit Abstand derjenige, dem wir am ehesten zutrauen, den erforderlichen Wandel der nächsten Jahre in Gießen zu initiieren, zu moderieren und auch eigene Impulse zu setzen", so der Fraktionsvorsitzende. Trotz politischer Differenzen setze man darauf, in wichtigen Frage- und Weichenstellungen aktiv eingebunden zu werden. Gerade im Bereich Klimaschutz wisse der Sozialdemokrat Becher um das fehlende Profil seiner Partei. Auch deshalb habe er bereits eine enge Zusammenarbeit mit Gigg+Volt auf diesem Feld avisiert.

Die Entscheidung für Becher werde nicht dazu führen, dass inhaltliche Differenzen zur SPD übertüncht würden, führt Frank Schuchard von Volt aus. Nach wie vor fehlten bei der SPD im Parlament neue starke Impulse für eine sozial-ökologische Politikwende. Der neue Koalitionsvertrag von Grünen, SPD und "Gießener Linke" sei vor allem in Fragen der klimagerechten Stadtentwicklung zu defensiv. Man werde also weiterhin intensive Debatten auch mit der SPD führen.

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